Bericht von einer Akademie, Teil 2: Info für Entwicklungshelfer

Fast drei Jahre nach ihrer Einrichtung hat die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe “Zitat und Paraphrase” an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften plangemäß einen Sammelband mit Ergebnissen ihrer Forschungen vorgelegt. Man muss den Ertrag dieses Bandes über “Zitat, Paraphrase, Plagiat. Wissenschaft zwischen guter Praxis und Fehlverhalten” nicht unbedingt am Problemaufriss und Arbeitsprogramm des IAG-Antrags messen, um gehörig ins Grübeln zu kommen. Weiterlesen

Bericht von einer Akademie, Teil 1: Ausgangspunkte

Es ist vollbracht: Die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe “Zitat und Paraphrase” an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften hat die Früchte ihrer akademischen Bemühungen in einem Band versammelt, gedruckt und ans Licht der wissenschaftlichen Welt gegeben, auf dass diese Welt besser werde. “Zitat, Paraphrase, Plagiat. Wissenschaft zwischen guter Praxis und Fehlverhalten” heißt das Werk, und herausgegeben wurde es von Christiane Lahusen und Christoph Markschies. Denn aus alphabetischen Gründen steht auf dem Titelblatt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Lahusen an erster Stelle. Das Alphabet kann manchmal sehr rücksichtslos sein. Weiterlesen

Allein im psychologischen Kern: Festschrift für A.S. (aber sagen Sie es nicht weiter)

Festschrift Annette SchavanGemunkelt wurde ja schon lange, dass namhafte Vertreter des Wissenschaftsbetriebs, von dem Annette Schavan bereits so viele Zeichen der Anhänglichkeit erfahren hatte, für sie nun auch noch eine Festschrift planten. [1, 2] Auch einzelne Beteiligte wollte das Gerücht schon kennen. Dann jedoch geschah nichts, und es schien, als sei dieses Vorhaben still und leise bestattet worden, da vielleicht doch allzu peinlich. Oder als habe es ein solches Projekt nie gegeben. Tatsächlich aber ist die Festschrift für die frühere Ministerin bereits im Sommer 2014 erschienen, als Schavan in Berlin Abschied nehmen musste. Allerdings blieb diese Erscheinung bislang unbemerkt. Denn es handelt sich bei diesem Weiterlesen

Durchbruch in Stanford

Stanford University über CV Ursula von der LeyenGestern noch sollte Ursula von der Leyen ihren Lebenslauf durch irreführende Angaben über ihre Zeit in Stanford (1992-1996) geschönt haben, indem sie aus diesen Jahren eine Zeit an der Stanford University machte. “Auditing guest” an der dortigen Graduate School of Business sei sie 1993 gewesen, heißt es im Lebenslauf, und für 1995 ist ein “Aufenthalt an der Stanford Health Services Administration” vermerkt. [1] Die WELT am SONNTAG fragte nach und erfuhr von einer Sprecherin der Universität, dass Ursula von der Leyen dort niemals in einem offiziellen Programm eingeschrieben war und es auch ansonsten keine Unterlagen über sie gab. Weiterlesen

Wichtig ist im Labor: Die Moritat vom Textplagiat und seiner medizinischen Anwendung

Ursula von der Leyen im LaborErneut ist eine Ministerin unter Plagiatsverdacht und in Bedrängnis geraten, und wieder ist der frühere DFG-Präsident Ernst-Ludwig Winnacker hilfreich zur Stelle. Schon in der hitzigen Diskussion um die Doktorarbeit der Pädagogin, Philosophin und Theologin Annette Schavan hatte er erklärt, “was Plagiate wirklich sind”: Um “echte Plagiate” handelte es sich, wenn “ein großer Teil des Textes abgeschrieben wurde.” [1] Mit Ursula von der Leyen hat es diesmal eine Medizinerin getroffen, weshalb sich der Biochemiker Winnacker zu diesem Fall konkreter äußern kann:

Wichtig sei, dass der experimentelle Teil ihrer Arbeit richtig sei, so Winnacker. Er verwies auch darauf, dass es insbesondere in den Naturwissenschaften üblich sei, Textpassagen zu übernehmen, wenn der Sachverhalt auf anderem Wege nicht besser oder exakter ausgedrückt werden könne. [2]

Wer dem Plagiatsvorwurf entgehen will, Weiterlesen

Von der Leyen: Promotion mit Sysndrom

Ursula von der LeyenUrsula von der Leyen, 1991 an der Medizinischen Hochschule Hannover promoviert, hat damals eine schlampige Doktorarbeit abgeliefert. Schon das Titelblatt zeigt, dass es die nicht mehr ganz junge Promovendin nicht so genau nahm mit der Sorgfalt: Vom C-reaktiven Protein als Indikator des “Amnioninfektionssysndroms” soll die Arbeit demnach handeln. Solche Fehler an derart auffälliger Stelle sind Indikator eines bekannten Sysndroms medizinischer Doktorarbeiten: Diese Hochschulschriften Weiterlesen

Botschaft einer Preisverleihung

Annette Schavan 2015In den internationalen Beziehungen der deutschen Wissenschaft spielt Italien seit jeher eine besondere Rolle. Kaum irgendwo sonst im Ausland ist das Netz deutscher wissenschaftlicher Einrichtungen so dicht geknüpft. Auch der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), dessen Programme überwiegend aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert werden, ist hier besonders engagiert. Das Amt der Ministerin übernahm im Jahre 2005 Annette Schavan. Seit 2014 residiert sie bekanntlich in der Ewigen Stadt. Der unbegrenzten Haltbarkeit ihres Anspruchs, weiterhin für die Wissenschaft zuständig zu sein, kommt diese neue Adresse offenbar sehr zugute. Weiterlesen