Hütchenspiele, Teil 4: Intermezzo auf Koh Sonstwo

Simone G. in ThailandDiese Geschichte verwickelt und verwirrt sich nur immer weiter. Sie scheint keinem Ende zuzustreben. All diese Namen, all diese Einzelheiten. Wir brauchen dringend eine Pause.

Etwas Thailand wäre jetzt nicht schlecht! Lassen wir uns also ein wenig die Sonne auf die Plauze scheinen, auf Koh Samui oder so. Von Bratislava wollen wir jetzt eine Weile lang nichts mehr hören und nichts lesen. Im Hintergrund rauschen die Meereswogen, es geht ein sachter Wind durch die Palmen, es ist warm und das Getränk ist kühl, und unsere Gedanken schweifen frei umher. Weiterlesen

Hütchenspiele, Teil 3: Sturm und Drang in Bratislava

Peter Linnert (hinten)Und so schreitet man zur Gründung einer Aktiengesellschaft, die auf den Namen „Unicenter International“ hört und am 19. März 2009 zu Bratislava ins Handelsregister eingetragen wird. Als Vorstandsmitglieder werden der frühere slowakische Ministerpräsident, Jozef Moravčík, und der frühere slowakische Botschafter in Österreich, Jozef Klimko, notiert. Wer Großes plant, sollte mit Großen planen. Neben diesen Großen fungiert als drittes Vorstandsmitglied ein leitender Beamter der Abteilung für internationale Kooperation in der Bezirksregierung der Autonomen Region Trnava. Denn auch auf regionaler Ebene hat Unicenter International große Pläne. Weiterlesen

Hütchenspiele, Teil 2: Allgemeines Guatemala

Als Mittvierziger hatte der Hamburger Unternehmensberater und Finanzjongleur Dr. Peter Linnert bereits zahlreiche wissenschaftliche Werke publiziert. Sie trugen Titel wie „Clausewitz für Manager. Strategie und Taktik der Unternehmensführung“, und es störte ihre hoffnungsvollen Leser nicht, wenn darin wenig wirklicher Clausewitz enthalten war und sich die Unternehmensführung vorwiegend auf die Ebene der Betriebsleitung beschränkte.

Man schrieb das Jahr 1976, und Dr. Linnert residierte im Weißen HausWeiterlesen

Eine Hochschule schützt die Artenvielfalt

Die Medizinische Hochschule Hannover erkennt Ursula von der Leyen den Doktorgrad nicht ab. Sie stellt in der Dissertation der Verteidigungsministerin zwar Fehler fest, und zwar „Fehler in der Form von Plagiaten“, wie MHH-Präsident Christopher Baum erklärte. [1] Doch handelt es sich nur um Fehler, nicht um Fehlverhalten.

Entscheidend war für die Entscheidung, dass all dies der damaligen Doktorandin ganz ohne Absicht unterlief. Sie wollte gar nicht täuschen. Ombudsman Thomas Werfel Weiterlesen

Hütchenspiele, Teil 1: Vorspiel an der Leine

Ihren bescheidenen Anfang nimmt diese Geschichte in Hannover, doch davon sollte man sich nicht täuschen lassen: Es wird bald äußerst international zugehen, und zur Bescheidenheit wird wenig Anlass gesehen. Denn unsere Helden bilden den engsten Zirkel der erlauchtesten und erleuchtetsten Geistesgrößen Europas. Und wenn man eine solche Geschichte recherchiert, dann geht man in Belgrad auf’s Klo, liest Zeitung in Thailand und legt sich in Madrid unter’s Messer. Nur Genf geht nicht, denn Genf hat nie existiert.
Angefangen aber hat alles im Weißen Haus.


Dem Geschäftsführer des Caritas-Verbandes Hannover, Andreas Schubert, ist ein kolossales Missgeschick widerfahren: Seine Doktorarbeit weist verblüffende Übereinstimmungen mit den Werken anderer Autoren auf. Schon bei der Danksagung beschränken sich Abweichungen von der ungenannten Vorlage im Wesentlichen darauf, dass die Ehefrau diesmal nicht Nicole heißt. [1] Weiterlesen

Die Entschärfung von Hannover

ZEITUrsula von der Leyen ist gegenwärtig Bundesministerin der Verteidigung, weshalb Medienberichte und Kommentare zu ihrer Plagiatsaffäre mit Anspielungen auf Militärisches zu garnieren sind. Eine Zeitbombe ticke in Hannover, schreibt Thomas Kerstan in der ZEIT vom 19. Februar 2016. In solchem Fall duldet die großräumige Absperrung und Entschärfung keinerlei Aufschub. Kerstan will uns denn auch sogleich erklären, „warum die Wissenschaft Politiker nicht zum Rücktritt zwingen darf“. [1] Weiterlesen

Bericht von einer Akademie, Teil 2: Info für Entwicklungshelfer

Fast drei Jahre nach ihrer Einrichtung hat die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Zitat und Paraphrase“ an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften plangemäß einen Sammelband mit Ergebnissen ihrer Forschungen vorgelegt. Man muss den Ertrag dieses Bandes über “Zitat, Paraphrase, Plagiat. Wissenschaft zwischen guter Praxis und Fehlverhalten” nicht unbedingt am Problemaufriss und Arbeitsprogramm des IAG-Antrags messen, um gehörig ins Grübeln zu kommen. Weiterlesen