Hütchenspiele, Teil 2: Allgemeines Guatemala

Als Mittvierziger hatte der Hamburger Unternehmensberater und Finanzjongleur Dr. Peter Linnert bereits zahlreiche wissenschaftliche Werke publiziert. Sie trugen Titel wie „Clausewitz für Manager. Strategie und Taktik der Unternehmensführung“, und es störte ihre hoffnungsvollen Leser nicht, wenn darin wenig wirklicher Clausewitz enthalten war und sich die Unternehmensführung vorwiegend auf die Ebene der Betriebsleitung beschränkte.

Man schrieb das Jahr 1976, und Dr. Linnert residierte im Weißen Hauseiner prachtvollen Villa an der Elbchaussee zu Nienstedten. Sein „Marketing-Institut Doktor Peter Linnert und Co.“ betreute eine mehr oder weniger exklusive Klientel. Für einen weiteren Kundenkreis erstellte und vertrieb man nebenher einen „MI-Manager-Service“ („Der praxisnahe, aktuelle Beratungsbrief“) zum Preis von 25 DM, zuzüglich Mehrwertsteuer, monatlich. Der Beratungsbrief erschien mit nicht allzu zwanghafter Regelmäßigkeit.

Wo auch immer die Entwicklung des allgemeinen wie des individuellen Wirtschaftslebens der Stütze der Wissenschaft bedurfte, stand Dr. Linnert in Wort und Tat hilfreich bereit. Und er ging neue Wege. Gemeinsam mit dem Diplomkaufmann Ekkehard Zahn verfrachtete er Führungskräfte aus der Wirtschaft oder solche, die es werden wollten, in Hotels der Maritim-Kette, wo sie gegen solide Gebühr in den Genuss karrierefördernder Weisheiten und eines angenehmen Ambientes kamen. Es war eine Branche im Aufbruch, wenn auch zunächst nicht ohne Widrigkeiten. [1] Dr. Peter Linnert hatte das Geschäftsmodell gefunden, dem seine lebenslange Treue gelten würde.

Marmor für Fernost

Sein Hauptgeschäft war dies damals allerdings noch nicht. Dr. Linnert war  im Besitz eines bunten Assortiments von Firmen, die sich mit der Fertigung und dem Vertrieb von Kosmetika, Möbeln oder Teppichen befassten. Oder mit der Herstellung von Kabeln und Zündern, wenn man dem Handelsregister glauben durfte. Der Clausewitz der Betriebswirtschaft hatte jedoch weitergehende strategische Pläne. In Guatemala plante er den Erwerb eines größeren Waldgebietes zwecks Einrichtung einer Freihandelszone. Geplant war ferner die Errichtung eines Marmorwerkes zur Belieferung von Japan. Geplant war die Gründung eines eigenen Schifffahrtunternehmens zum Transport des Marmors nach Nippon, unter Verwendung eines Bruders mit Kapitänspatent. In gewissen Hamburger Kreisen war das wissenschaftlich ambitionierte Finanzgenie längst als „Dr. Hokuspokus“ bekannt, nicht aber seinen Aktionären.

Dann kaufte er das in Schieflage geratene Steinheimer Versandhaus Möbel-Becker auf. Damit hatte sich der finanziell stets am Abgrund operierende Hasardeur mit dem weltmännischen Spesengebaren jedoch endgültig verhoben. Das im Aufbau befindliche Wirtschaftsimperium kollabierte, fintenreiche Rettungsversuche schlugen diesmal fehl. [2] Unter dem Verdacht, gefälschte Aktien in Umlauf gebracht zu haben, wurde Dr. Peter Linnert Anfang Dezember 1976 aus dem Weißen Haus heraus verhaftet. [3]

Japan sollte ohne Marmor bleiben, und auch die Aktionäre schauten in die Röhre. Das Weiße Haus wurde zwangsversteigert. Aus der Haft entlassen, verlegte sich Dr. Linnert nun auf Wien.

Ein akademisches Vorleben

drlinnertSoweit sich überhaupt brauchbare Versatzstücke eines Lebenslaufs von Herrn Konsul Univ.-Prof. Dr. rer. pol. Dr. habil. Dr. h.c. mult. Peter Linnert ausfindig machen lassen, wissen sie nichts von solchen Nebensächlichkeiten. Die offiziellen und halboffiziellen Angaben fügen sich in etwa zu folgendem Bild:

Nach der Promotion (1964) an der Universität Hamburg wirkte Dr. Linnert zunächst als Assistent am dortigen Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Genossenschaftswesen. 1969 nahm er eine Lehrtätigkeit an der Wirtschaftsuniversität Wien auf. Es folgt eine entschieden nebelhafte Phase von gut zwei Jahrzehnten, für die eine Wirksamkeit an mehreren Hochschulen des In- und Auslandes reklamiert wird. Näheres ist nicht in Erfahrung zu bringen. Auch die undatierte Ernennung zum Direktor eines Instituts für Betriebswirtschaft an der Hochschule Merseburg, die aus weltgeschichtlichen Gründen frühestens 1991/92 erfolgt sein könnte, ist anderweitig nicht greifbar und angesichts der speziellen Abwicklungs- und Neugründungsgeschichte der früheren TH Leuna-Merseburg und ihrer Betriebswirtschaftslehre nicht unmittelbar einzuordnen. Gleichzeitig soll Dr. Linnert einen Lehrstuhl an der Technischen Gediminas-Universität Vilnius bekleidet und die dortige wirtschaftswissenschaftliche Fakultät neu geordnet haben. [4] Gesichert ist die Verleihung der Ehrendoktorwürde durch diese Fakultät im Jahre 1993. [5]

Freihandel

Wenig später ist der nunmehrige Univ.-Prof. DDr. Linnert wieder an der Wirtschaftsuniversität Wien zu finden, wo er fortan für das Service Management Seminar verantwortlich zeichnet. Mit diesem Fortbildungsangebot für Führungskräfte aus Wirtschaft und Verwaltung macht er sich 1996 selbständig und gründet die Sales Manager Akademie. Clausewitz hat endlich sein Guatemala und setzt nun zu einem weiträumigen Eroberungsfeldzug an, mit dem er schließlich bis in die dritte Ebene von Bologna vorstoßen wird.

Die Grundidee einer solchen Akademie ist einfach. Man gewinnt einige Herrschaften mit Professorentitel, gerne auch im Greisenalter, mit denen gemeinsam man die wissenschaftliche Leitung der Akademie darstellt. Man erreicht die Akkreditierung eines Studiengangs „Master of Business Administration“, der berufsbegleitend absolviert werden kann und flexibel auf die Bedürfnisse des Kunden abzustimmen ist. Es handelt sich um ein Fernstudium, das durch „Präsenzblöcke“ ergänzt wird. Je nach Bedarf kann die Präsenz in Wien, Graz, Dornbirn, Pörtschach, Bratislava oder sonstwo stattfinden. Dann kommt es zu Prüfungen, und am Ende, 20.440 Euro später, ist der Kunde im Besitz eines MBA-Diploms. Das liefert die University of Staffordshire. [6]

Es ist allerdings nicht zu befürchten, dass der Kunde seine Prüfungen in Staffordshire ablegen muss. Diese Prüfungen erfolgen in Wien. Die Prüfungskommission wird aus dem Kreis der wissenschaftlichen Leiter und des sonstigen Personals der Sales Manager Akademie gebildet. Bei Personalknappheit kann sie auch durch den Diplomkaufmann Ekkehard Zahn aus alten Hamburger Tagen ergänzt werden, der dann als Dr. Ekkehard Zahn erscheint. [7]

Es ist eine schöne Grundidee. Sie zündet sehr viel besser als seinerzeit die Vereinigten Kabel- und Zünderwerke, von Möbel-Becker gar nicht zu reden. Es werden Filialen in Österreich und in Deutschland gegründet. Die Geschäfte der Sales Manager Akademie Hamburg GmbH führt Diplomkaufmann Ekkehard Zahn. Die Geschäfte der Sales Manager Akademie München GmbH führt ebenfalls Diplomkaufmann Ekkehard Zahn. In Linz in Oberösterreich betreibt man die Management Business Academy. In Bratislava in der Slowakei betreibt man die Slovakian Manager Academy, die wiederum einen Briefkasten in Brünn in Tschechien unterhält. Als Geschäftsführer von Bratislava installiert man Michael Linnert, den Sohn des Gründervaters. In Wien baut man im Jahre 2003 die SMA zum Studienzentrum Hohe Warte aus.

Von Hoher Warte

Nun lässt sich die Grundidee auch auf höherer akademischer Ebene weiterführen. Die Neugestaltung des Europäischen Hochschulraumes in Zeiten des Bologna-Prozesses erfordert intensive Mitwirkung. Als Studienzentrum Hohe Warte vermittelt man bald auch „Doktorate„: Im Angebot ist derzeit ein „Dr. International Management“ von der European University in Belgrad zum Preis von 30.000 Euro, ferner ein „PhD. Ökonomie“ und ein „PhD. Massenmedien“ von der Paneuropäischen Hochschule in Bratislava für 29.100 Euro sowie, wenn es ähnlich klingen, aber preislich günstiger sein soll, der „PhDr. Massenmedien“ für 12.570 Euro, ebenfalls aus Bratislava.

Die Sales Manager Akademie erfreut sich reger Nachfrage und bester Bewertungen durch ihre Absolventen. Graduiertenfeiern werden mit gehörigem Gepränge zelebriert, im Wiener Rathaus oder dergleichen Räumlichkeiten als erhebender Kulisse. Zu den Absolventen zählen viele, die in Wirtschaft und Politik etwas bedeuten, und einige, die nun ihrerseits dasselbe Geschäft betreiben und dieselben Dienste anbieten werden, die sie eben in der SMA noch selbst in Anspruch genommen haben. Das Studienzentrum Hohe Warte genießt eine hohe Reputation. Die Zusammenarbeit mit den Hochschulen in Belgrad und Bratislava gestaltet sich ganz fabelhaft.

Europa

Milija ZečevićAuf besonders überzeugende Weise findet der neue Europäische Hochschulraum in Belgrad statt. Die European University wurde persönlich gegründet, ist im alleinigen persönlichen Besitz und wird persönlich geleitet von Professor Milija Zečević. Der Gründer, Besitzer und Rektor dieser wohl anmutigsten Blüte der Hochschulgefilde Serbiens ist im Besitz der seltenen akademischen Würde eines Grand Doctor of Philosophy, ist Commander des World Order of Science-Education-Culture, Mitglied der Ehrenlegion der United Cultural Convention und alleiniger Gegenstand einer Ehrentafel in der World Hall of Fame. Letztere drei Auszeichnungen werden vom American Biographical Institute vergeben, nach strenger Prüfung der Zahlungseingänge. Ferner ist Milija Zečević Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften, die in Wien ansässig ist und dort unter derselben postalischen Adresse angetroffen werden kann wie die diversen Geschäftsinteressen des Univ.-Prof. DDr. Peter Linnert.

Dem persönlichen Gründer, Besitzer und Rektor der European University, Prof. Dr. Milija Zečević, steht in der Hochschulleitung Prorektorin Prof. Dr. Olgica Zečević-Stanojević zur Seite. Als Dekanin der Fakultät für Europäische Wirtschaftswissenschaft und Marketing dient Prof. Dr. Leposava Zečević. Dem zahlenmäßig sehr überschaubaren Lehrkörper gehören ferner an: Prof. Dr. Boris Stanojević (Informatik), Prof. Dr. Slobodan Zečević (Internationales Recht) und als Gastprofessoren Prof. Dr. Miodrag Zečević (Wirtschaftswissenschaft), Prof. Dr. Tomislav Zečević (Mathematik und Naturwissenschaften) sowie Prof. Dr. Radoje Zečević (Rechts- und Wirtschaftswissenschaft).

Etwas bescheidener als die Auftritte des Gründers, Besitzers und Rektors dieser Universität sind die Einrichtungen, die den Bedürfnissen der Studenten dienen. Fotos zeigen Unterrichtsräume, die an eine nordkoreanische Zwergschule denken lassen. Serbische Zeitungsberichte wollten von einem Plumpsklo im Innenhof wissen. Im Sommer 2011 schien sich abzuzeichnen, dass die European University nicht erneut akkreditiert werden würde. Doch ein Wunder geschah. Gewisse Quellen behaupteten allerdings, dass es gar kein Wunder war.

Paneuropa

Auch hier ist die Grundidee einfach. Externe Promotionen an der Paneuropäischen Hochschule in Bratislava sind derart extern, dass das gesamte Promotionsstudium über das Studienzentrum Hohe Warte in Wien abgewickelt werden kann. Der Prospekt für den PhD. in „Ökonomie und internationaler Unternehmensführung“ etwa zeichnet ein straffes Lehrprogramm vor, das zu erheblichen Teilen durch den Dozenten N.N. bestritten wird. Gefordert wird von den Kandidaten nicht nur ein Seminarbesuch im Umfang von insgesamt und alles in allem zehn Tagen, sondern auch die Publikation wissenschaftlicher Beiträge in wissenschaftlichen Zeitschriften sowie die Teilnahme an wissenschaftlichen Tagungen mit eigenem Vortrag und anschließender Veröffentlichung in einem Sammelband. [8] In der Praxis erledigt sich auch dies im Studienzentrum Hohe Warte, das zu diesem Zweck die hausinterne Vorstellung der Thesenpapiere als Wissenschaftstagung deklariert, das Tagungsprogramm mit dem Emblem der Paneuropäischen Hochschule versieht und für den Abdruck der Kurzreferate eine hauseigene Wissenschaftszeitschrift vorhält. Als „Sonderausgabe“ gelten die Heftchen zugleich als Sammelband. [9]

Ferner ist eine Dissertationsschrift vonnöten. Sie hat einen Umfang von etwa 130 bis 150 Seiten und wird in Bratislava vor einer Kommission der Paneuropäischen Hochschule verteidigt. Diese Kommission ist vorzugsweise mit externen Mitgliedern der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften besetzt. Gerne mit solchen aus der Sales Manager Akademie zu Wien. Am Ende eines Studiums bei Univ.-Prof. DDr. Linnert und seinen Kollegen und nach erfolgreicher Prüfung durch Univ.-Prof. DDr. Linnert und seine Kollegen finden sich die frisch Promovierten dann gemeinsam mit Rektor Ján Svák und allerlei sonstigen Würdenträgern der Paneuropäischen Hochschule auf dem Gruppenbild. Eine Pflicht zur Veröffentlichung der Dissertationsschrift besteht nicht.

Über die Grenze

Längst droht unsere Geschichte unübersichtlich zu werden. Sie scheint sich ziellos auszuweiten und gar zu verwirren. Zu viele Namen und Orte. Auch hatten wir gehofft, an der Paneuropäischen Hochschule zu Bratislava nun wenigstens Professor Ľudomír Šlahor wiederzubegegnen, dem Doktorvater des unglückseligen Andreas Schubert aus Hannover, mit dem die Geschichte begann. Doch hier finden wir ihn nicht. Viel zu viele Hochschulen in Bratislava.

Doch der Markt ist noch nicht gesättigt, und es eröffnen sich neue Möglichkeiten. Das Imperium des Univ.-Prof. DDr. Peter Linnert ist im neuen Europäischen Hochschulraum hervorragend aufgestellt und weiter auf Wachstumskurs. Auch die Reputation ist immer weiter gewachsen und steht längst außer Frage. Man ist am Studienzentrum Hohe Warte umgeben von lauter Professoren, die wiederum verbunden sind mit lauter Professoren. Da ist Univ.-Prof. Peter Bendixen, ein alter Linnert-Bekannter aus gemeinsamen Assistententagen an der Universität Hamburg, nun als wissenschaftlicher Leiter des Studienzentrums installiert. Da ist Professor Rainer Jesenberger, einst an der Hochschule Mittweida tätig, und da ist Univ.-Prof. Dr. Eberhard Garbe, der einst an ebenjener TH Leuna-Merseburg einen Lehrstuhl innehatte, die auch eine Station im Lebenslauf des Dr. Linnert ist. Sie alle widmen sich nun an der SMA zu Wien der Betreuung von Kandidaten auf dem Weg zum Doktorat, und in Bratislava widmen sie sich der Prüfung dieser Kandidaten, denn sie sind externe Mitglieder der dortigen Fakultät. Und auch Univ.-Prof. DDr. MMag. Wolfgang A. Wiesner PhD. ist externes Mitglied der dortigen Fakultät. Die Prospekte der Sales Manager Akademie hatten diesen Dozenten zunächst als einen Titanen der Verkaufspraxis angepriesen, doch im Lauf der Jahre sind ihm mehr und mehr Titel zugewachsen, die immer stärker auf einen erheblich akademischen Hintergrund hindeuteten. Im September 2009 ist Wolfgang A. Wiesner dann zum Universitätsprofessor ernannt worden. Ehrenhalber, an der European University in Belgrad, durch Milija Zečević höchstselbst.

Die Vorzüge, die im Besitz einer eigenen Universität liegen, sind nicht von der Hand zu weisen. Und da der Markt noch nicht gesättigt ist und die Geschäfte glänzend gehen und sich jenseits der Grenze neue Möglichkeiten ergeben, wird sich nun auch Univ.-Prof. DDr. Peter Linnert seine eigene Universität leisten.

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8 Antworten zu “Hütchenspiele, Teil 2: Allgemeines Guatemala

  1. Bevor er die SMA gegründet hat, gab Linnert zur Mitte der 1990er die Fortbildungskurse der Wiener Wirtschaftsuni, die er im Hotel „Modul“ abhielt. An Bologna hat damals noch niemand gedacht. Linnert hat eben den Finger schon immer am Puls der Zeit gehabt.

  2. Dr. Bernd Dammann

    Akademisch korrupte Doktormacher – Krebsgeschwüre und Pestbeulen als Folge der „Neugestaltung des Europäischen Hochschulraumes in Zeiten des Bologna-Prozesses“

    Wer nach der Lektüre dieser gründlich recherchierten und zugleich exemplarischen Fallanalyse und der daraus ableitbaren zeitdiagnostischen Zustandsbeschreibung über den zusehends weiter um sich greifenden akademischen Sittenverfall eines Hochschul- und Wissenschaftssystems, das im europäischen Raum einst auf den Grundsätzen von Ehrlichkeit und Redlichkeit in Forschung und Lehre aufbaute, nur noch fassungslos den Kopf schütteln kann und sich zugleich fragt, wie so etwas überhaupt möglich geworden ist, sei beispielhaft auf den § 69 ‚Verleihung und Führung von Graden und Bezeichnungen‘ im Teil 7 ‚Grade und Zeugnisse‘ im Hochschulgesetz von NRW (Stand: 16. September 2014) hingewiesen. Ähnlich lautende Bestimmungen finden sich übrigens auch in allen anderen Landeshochschulgesetzen.

    Eine nur scheinbar lückenlose Regelungsdichte, wie man sie kulturföderal beispielhaft in § 69 HG NRW besichtigen kann, soll der als solcher offenbar durchaus erkannten Gefahr derartiger Auswüchse im Hochschul- und Wissenschaftsbetrieb angeblich wirksam entgegenwirken. Die darin aufgebaute Drohkulisse staatlichen Imponiergehabes zur Prävention bzw. Ahndung von Verstößen gegen einschlägig geltendes Hochschulrecht ist bei Lichte besehen allerdings nicht einmal das Papier wert, auf dem sie geschrieben steht. Denn dem politisch gewollten und hochschulrechtlich erzwungenen Selbstverständnis- und Organisationswandel hin zur „unternehmerisch geführten Universität“ sind derartige, von wirtschaftswissenschaftlich qualifizierten Unternehmensberatern trickreich ausgeklügelte Geschäftsmodelle, die zuerst und vor allem der persönlichen Bereicherung dienen, eben wesenseigen.

    Daraus kann man eigentlich nur den Schluss ziehen, dass derartige Kollateralschäden des Modells der „unternehmerischen Universität“ in Wirklichkeit an höchster Stelle gleichgültig hingenommen und damit billigend in Kauf genommen werden. Anders kann ich mir die fortdauernde Existenz derartiger Krebsgeschwüre und Pestbeulen im Wissenschafts-betrieb der EU, auch Spanien wäre hier an hervorgehobener Stelle zu erwähnen, wahrlich nicht erklären.

  3. Dieter Rudolf Becker

    Eine excellente Fortsetzungs-Story zu der doch auch politisch möglicherweise gewünschten „Titel-Scharlantanerie“ im Bereich von Industrie, Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Forschung und Wissenschaftsbetrieb, solange die legale oder illegale oder höchst unmoralische Titelerschleichung von „Doktores- und Professores-Hüten“ die angestrebte Karriere fördert, begünstigt, beschleunigt, zu wettbewerbswidrigen Startsalär-Erhöhungen von ca. 30.000,00 € bis 40.000,00 € gegenüber der überwiegenden Mehrheit von „Nichttitel-Erschleichern“ führt, und im kulturellen, gesellschaftlichen und diplomatischen (Er)Leben die gewünschte Anwesenheit von „verdienten“ Ordensträgern und/oder „Doktores“ und „Professores“ das eigene Wohlbefinden, die eigene Wichtigkeit möglicherweise erhöht.

    Insofern ist diese käufliche „Titel-und Würdenträger-Inflation“ auch ein hier doch eher belustigender, soziokultureller Ausdruck unserer aktuellen Verirrungen, da „Schein und Sein“ früher oder später öfters aufgedeckt wird. Die „getürkten Karrieren“ platzen dann ganz schnell…

  4. Pingback: Hütchenspiele | Erbloggtes

  5. Krasser Beitrag. Allerdings will ich betonen, dass man sich nicht immer auf die Einfachheit der Dinge verlassen sollte. Bodenständigkeit ist oftmals besser als Wolkenkuckungsheime.
    [Dieser Kommentar hat beste Aussichten, als chinesischer Glückskeksspruch zu enden. -red.]

  6. Breaking News!!!!

    Simone G. Enttarnt. Der Klarnamen wird hier am 11. September veröffentlicht. Vorab:

    Simone G. Ist

    – männlich
    – Millionär somit genug Masse für Klagen vorhanden…
    – wohnt sehr vornehm in Norddeutschland und fährt standesgemäss Mercedes
    – gerne fährt er auch Mal schwarz mit der Deutsche Bahn
    – ist Mitglied einer beruflichen Kammer
    – sein Geschäftspartner stammt aus Rumänien

    Demnächst mehr zu Simone G.

    Am 11.09. Platzt hier die Bombe.

  7. Simone G. Da du meinen Post nicht freigibst, werde ich das ganze parallel bei gutefrage und in einem eigenen Blog hier bald on stellen und zudem die von dir angegriffenen Personen informieren. Du wirst zahlen Multimillionär! Am 11.09. Platzt die Bombe und dein ruhiges beschauliches norddeutsches Leben endet abrupt.

    [Wie? Was? Klar ist bislang nur: „Simone“ ist identisch mit „Simone G.“, die aber natürlich nicht identisch mit „Simone G.“ ist. Und selbst die ist nicht sie selbst. Was? Wie? -red.]

    • Für den heutigen 11.09. habe ich mir im Terminkalender also „Bombe“ notiert und alle Termine abgesagt. Bislang war aber nur das Platzen einer Knallerbse zu bemerken. Die Person, die heute unter voller Namensnennung und mit weiteren Details als angebliche Simone G. „entlarvt“ wurde, ist jedenfalls nicht
      Eure
      Simone G.

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