Hütchenspiele, Teil 7: Ab in die Grube

Was war das doch für eine Aufregung hier in den letzten Tagen! Die angebliche „Simone G.“ in Wahrheit eine littauische Hochstaplerin in operativem Einsatz an der Universität Kassel … enttarnt durch Promotionsberater Professor Dr. Mathias G. Schroeder, den sie wohl aus enttäuschter Verliebtheit so übel verfolgt hatte … nun selbst vor der Staatsanwaltschaft Kassel auf der Flucht und vermutlich im tiefsten Littauen nahe einer Sandgrube zu suchen … Oder schon in derselben? Wie war das alles nervenaufreibend! – Und über all dieser Anspannung hätten wir den Abspann fast vergessen. Denn die Hütchenspiele müssen ja noch ordentlich abgewickelt werden.

„Simone G.“ hat Fersengeld gegeben und uns einen unaufgeräumten Schreibtisch, drei Apfelbutzen der Sorte „Goldparmäne“ und einen Freifahrtschein für die Pioniereisenbahn Košice hinterlassen. Der ist 1984 abgelaufen. Dennoch vielleicht ein Hinweis auf das Fluchtfahrzeug? – Wir müssen uns hier nun aber ganz auf den Abschluss der Hütchenspiele konzentrieren. Die Notizen sind ungeordnet, unleserlich und zeugen von der wachsenden Besessenheit, mit der „Simone“ immer weiteren Verquickungen in der Szene nachjagte. Das Badezimmer ist nicht betretbar, denn hier hat sie versucht, ihre Hirngespinste in einem raumfüllenden Modell nachzubilden. An den Wänden, am Spiegel, am Vorhang eine Unzahl von Zetteln mit unsinnigen Aufschriften wie „Afum Monh“, „Prof. Kl. Oestr./IPE Paris!!!!“, „Fuller Apsley“, „Kerkr.“, „EURAKA Königst“, „Girne“, „MinR Claus Walter Sekt VI (Prof Brat!)“ usw., die durch ein Gewirr von Wollfäden regellos und undurchdringlich verbunden sind. Eine Broschüre der Gesellschaft für österreichisch-zypriotische Freundschaft mit zahllosen Unterstreichungen und dem handschriftlichen Vermerk Όλοι οι ρεμπέτες του ντουνιά in littauischer Sprache fand sich im trocken gefallenen Aquarium. Der Wandkalender ist dicht bedeckt mit täglichen, manchmal stündlichen Eintragungen zum vermuteten Aufenthaltsort von Professor Schroeder: „London“, „Liechtenst.“, „Hambg. vermutl. Rothenb.chauss.“, „Ffm/London“, „Liechtenst.“ usw. – eine fortlaufende Dokumentation des Wahns.

Ein prall und wüst gefüllter Ordner mit der Aufschrift „Allensbach Hochschule“: völlig unbrauchbar. Haltlose Spekulation, krude Verdächtigung. Dabei liegt alles so klar zutage: Diese Hochschule in Konstanz am Bodensee gehört seit 2015 der European Education Group der Eheleute Keppler. In der Schweiz sind die Eheleute Keppler schon seit 2008 als Promotionsexperten tätig. Von Konstanz aus sind Promotionen nun an einer Universität in Nordzypern möglich. Diese Universität ist in Nordzypern staatlich anerkannt, und Nordzypern ist nicht nur von der Türkei, sondern auch von der Allensbach Hochschule staatlich anerkannt. Letzte Zweifel über die Verhältnisse beseitigt ein Grundsatzreferat des Präsidenten des Verwaltungsrates der European Education Group. Er referiert zum Thema: „Titelhandel in Europa/Titelhandel auf Abwegen?“ – Nein, man muss wohl keine Sorge haben, dass der Titelhandel hier auf Abwege geraten könnte. Es handelt sich um eine staatlich anerkannte Hochschule im allgemein anerkannten Lande Baden-Württemberg. Im Herbst 2016 wurde Dr. Sonja Keppler vom Ruf auf eine Professur an dieser Hochschule der Eheleute Keppler ereilt, an der Timo Keppler Kanzler ist. Auch das verdient Anerkennung, und „Simone G.“ hat sich erneut total verrannt.

Dann ist da ein Ordner mit der Aufschrift „Söhne des Vaso“. Fast leer. Ein sorgsam gezeichneter Stammbaum, eine Genealogie der edlen Geschlechter der Vasojevići, allesamt den Lenden jenes Urvaters in den Bergen Montenegros entsprossen: Vaso zeugte den Rajo, und den Novak, und den Mioman, und Rajo zeugte den Đuro, und Đuro zeugte offenbar den Miloš, und ein wenig später wurde dann auch Slobodan Milošević gezeugt, der das Serbentum zu neuer Größe und zu sehr viel Ruhm führte. Und Mioman zeugte auch, und wenig später wurde dann Professor Milija Zečević gezeugt, und dann zeugte Professor Milija Zečević die European University in Belgrad. Und auch Novak zeugte, aber die Einzelheiten spielen hier keine Rolle. Überhaupt wurde sehr viel gezeugt, wodurch die Vasojevići ungeheuer zahlreich wurden, aber sie wissen bis heute noch alle ganz genau, welchen Lenden sie im Einzelnen entsprossen sind. Denn die Söhne des Vaso aus den Schwarzen Bergen sind Serben von stolzester und edelster Serbität. Die serbsten aller Serben aber sind die Zečevići, weshalb sie dem großen Slobodan Milošević in besonderer Liebe verbunden sind. Und als Slobodan Milošević im Jahre 1965 mit Mirjana Marković jenen schicksalhaften Bund für’s Leben schloss, da war Miodrag Zečević ihr Trauzeuge. Und später halfen Milija Zečević und sein Bruder Miodrag dem großen Slobodan Milošević ein wenig dabei, die unnütz herumliegenden Güter und Gelder im Land in Sicherheit zu bringen und nützlicher Verwendung zuzuführen. Und Miodrag wurde deshalb in Paris ein wenig verhaftet, und Milija und Miodrag wurden deshalb von der Europäischen Union ein wenig zu unerwünschten Personen erklärt. Aber das war nur eine Episode. An der European University mehren Prof. Dr. Milija Zečević und Prof. Dr. Miodrag Zečević und Prof. Dr. Radoje Zečević und Dozent Dr. Saša Zečević und Prof. Dr. Leposava Zečević und Prof. Dr. Slobodan Zečević und Prof. Dr. Olgica Zečević-Stanojević und Prof. Dr. Tomislav Zečević den Ruhm der serbischen Wissenschaft und die Zahl der Promotionsurkunden, die Univ.-Prof. DDr. Peter Linnert in Wien an die zahlende Kundschaft seines Studienzentrums Hohe Warte ausgeben darf. Am wohlsten aber fühlt sich Prof. Dr. Milija Zečević, wenn er in den Bergen Montenegros öffentlich davon künden kann, aus welchen Lenden er im Speziellen entsprossen ist, und was man dem Serbentum und den Vasojevići ansonsten noch verdankt. Und als 2006 in der Republik Montenegro um die Loslösung von Serbien gestritten wurde, da sammelten sich alle getreuen Serben einmal mehr um Prof. Dr. Milija Zečević, und er hielt flammende Reden über das Blut der Serben und über die Köpfe einiger anderer Leute und sprach ausführlich von den Lenden, aber es half nichts, denn trotz all der Zeugungen gab es in Montenegro nicht genug Vasojevići.

Man kann nur darüber rätseln, was „Simone“ mit diesem Ordner beweisen wollte.

Ein Schnellhefter, Aufschrift: „Meine extrem erfolgreiche Familie“. Inhalt: Zwei Bögen Kohlepapier mit Gebrauchsspuren. Eine Faltschachtel, beschriftet: „Amity University London“. Einziger Inhalt: Ein Zeitungsartikel aus dem Jahre 1994, von Herrn Ashok Chauhan und der Treuhand-Filiale in der Berliner Schneeglöckchenstraße handelnd.

Ein weiterer Ordner: „Olymp“, jedoch keinerlei Informationen zur griechischen Bergwelt enthaltend. Stattdessen überwiegend Kopien hoher und höchster akademischer Auszeichnungen einer erlesenen Gruppe erlauchter Persönlichkeiten, die den außerordentlich seltenen Vorzug genießen, der Aufnahme in die European Academy of Science teilhaftig geworden zu sein. Dieser engste Kreis der europäischen Wissenschaftselite ist in der schönen Stadt Wien unter derselben Adresse zu finden und unter derselben Telefonnummer zu erreichen wie die Sales Manager Academy und das Studienzentrum Hohe Warte von Konsul Univ.-Prof. Dr. rer. pol. Dr. habil. Dr. h.c. mult. Peter Linnert. Präsident der European Academy of Science ist Prof. Dr. Milija Zečević. Unter den 15 Mitgliedern dieses exklusiven Zirkels: Prof. Eduard Evreinov PhD, Grand PhD, Grand Master of the World Order Science-Education-Culture und Begründer der World Information Distributed University. Ferner: Univ.-Prof. DDr. Peter Linnert. Ferner: Prof. Dr. Ludvik Toplak, früherer Rektor der Universität Maribor und von 2002 bis 2006 Botschafter Sloweniens beim Heiligen Stuhl. Ferner: Seine Exzellenz Dr. Ranko Vujačić, Träger der Ehrendoktorwürde der European University des Milija Zečević und seit 2016 Botschafter von Montenegro in Deutschland. Ferner: Seine Exzellenz Prof. Dr. Alfonso Roldán Moré, Gründer der Albert Schweitzer International University in Genf und Öffentlicher Professor an der Universität Oradea in Rumänien, sowie Beatriz Estébanez Gastón PhD, Generalsekretärin der ebenfalls in Genf ansässigen International Commission on Distance Education und Vizepräsidentin der London Diplomatic Academy. An dieser Stelle in den Aktenordner eingeheftet: Ein kompliziertes Diagramm der von den genannten Einrichtungen vergebenen Diplome und Auszeichnungen, stark an das Badezimmer erinnernd. Der Werbeprospekt eines spanischen Instituts für Schönheitsoperationen mit dem handschriftlichen Vermerk „More/Esteb. Gast. = Real Madrid!!“

Der Gedanke an „Simone G.“ in ihrer littauischen Grube weckt inzwischen doch fast ein wenig Mitleid in uns.

Wir kommen nun rasch zu den letzten Dingen. Ein schmaler Aktenordner mit der rätselhaften Aufschrift „Geweyg.“. Der Inhalt bezieht sich auf die vielfältigen Bemühungen von Univ.-Prof. DDr. Peter Linnert, Gründer und Rektor der Goethe Uni Bratislava, die Erkenntnisse der Wissenschaft zum Wohle der Menschheit unmittelbar anzuwenden. Denn Prof. Linnert begnügt sich nicht damit, den Menschen zu akademischen Weihen und schmucken Urkunden zu verhelfen. Gemeinsam mit Ekkehard Zahn, seinem bewährten Mitstreiter aus alten Hamburger Tagen, sorgt er dafür, dass man sich mit verschiedenen Pillen und Säften versorgen kann, die aber keine Medikamente sind, sondern Mittel zur Nahrungsergänzung. Von diesen Mitteln darf man sich die schönsten Wirkungen erhoffen. Auch schön und ebenfalls das Ergebnis langjähriger wissenschaftlicher Forschungen sind die besonderen Crystal Diamanten, die man im Hause des Prof. Linnert unter der Firma „In aeternum“ erstehen kann. Diese besonderen Crystal Diamanten werden jeweils paarweise abgegeben, denn nach dem Ableben eines lieben Mitmenschen wird ein Exemplar dem Verschiedenen mitgegeben, und das zweite Exemplar kommt auf den Kaminsims oder den Teetisch oder sonstwohin. Auf diese Weise entsteht eine starke und in jeder Hinsicht vorteilhafte Verbindung zwischen den Verstorbenen und den Lebenden. Die Diamanten sind mit speziellen Identifikationsnummern versehen. Die Identifikationsnummern sind aus einem geheimen Codex der Forschung entstanden, weshalb faktisch ausgeschlossen ist, dass man als Lebender mit dem falschen Verstorbenen verbunden wird. Oder als Verstorbener mit den falschen Lebenden. Hierbei sind auch speziell angelegte Himmelsbilder von Nutzen.

Ob „Simone G.“ nun wohl Hoffnung daraus schöpft, dass die Wissenschaft der Menschheit mit neu angelegten Himmelsbildern hilft? Ob sie wohl innerlich Abbitte leistet bei Prof. Linnert? Ob sie im Sand nun nach Kristallen sucht?

Denn wir alle hoffen doch, auch wenn es in die Grube geht: Es sei noch lange nicht Schluss.

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14 Antworten zu “Hütchenspiele, Teil 7: Ab in die Grube

  1. Bei „In Aeternum“ steht aber nirgendwo ein Hinweis auf Linnert, sondern ein völlig anderer Namen ist als verantwortlich angegeben. Daraus, das die Firmen die gleiche Adresse haben, wird „im Haus des Prof. Linnert“ gemacht. Es ist die bewährte Masche von Blogschreiberlingen, die sonst nichts hinkriegen.

    [Kommentator Geblubber hat recht. Wir verwenden so viel Zeit auf unsere Nachforschungen, dass wir sonst nichts hinkriegen. Das ist die bewährte Masche der Blogschreiberlinge. – Die Crystal Diamanten (nur echt mit echtem Echtheitszertifikat!) wurden über die „Manuel Ertl Service Beratungs- und Importges. mbh“ angeboten. Im Handelsregister wurde diese Gesellschaft Anfang 2014 eingetragen, als Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter erscheint: DDr. Peter Linnert. -red.]

  2. Schönes Rätselstück. Zum Hinweis auf „Real“ Madrid:
    Vor einigen Jahren wurde der Schlankheitsguru Grethe Støa Birketvedt dabei erwischt, sich mit einer falschen Professur von der Albert-Schweizer-Universität geschmückt zu haben. Norwegische Journalisten haben damals schon herausgefunden, dass hinter dieser angeblichen Universität in Genf ein Schönheitssalon in Madrid steckt.

  3. Warum wird litauisch laufend mit zwei t geschrieben! Ich nehme an, es geht um einen running gag, der mir als Neuling verborgen ist?
    Was bedeuten die Kürzel iep, afum, girne etc?

  4. 1. „Afum Monh“ in die Google Suche geben, Autocomplete macht den Rest 2. Beim Suchergebnis auf „Internationales, Partner“ gehen
    3. „IPE Paris“ googeln
    4. Beim Suchergebnis auf „Locations, Europe“ gehen
    „Kl.Oestr.“ weiß ich zwar auch nicht… 😦 „Fuller Apsley“ ist leicht. Bei fast allen Suchergebnissen kann man weitere Verbindungen erkennen. Fast immer sind die Kooperationspartner Teil des verschachtelten Fassadensystems. Das Geschäftsführer-Duo von Afum ist übrigens [interessant, aber solche Hinweise bitte nur mit konkreten Angaben und Belegen. Vielen Dank, -red.]

  5. Das kann ich nachliefern. Steht alles in diesem Gerichtsurteil: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=15%20K%204374/10

  6. Erfolg: Habe grade „Kl. Oestr.“ geknackt: Einfach mal verschiedene Kombinationen gegoogelt. Bei „IPE Gorgasali“ taucht dann in den Ergebnissen der Businessguru Klaus Oestreicher auf. Interessant ist auch die „Klix Academy“ als erstes Suchergebnis. Wenn man sich so durch die Anbieter weiterklickt, ist Oestreicher überall dabei: Kerkrade, Tiflis, Malaysia, England…

  7. In Österreich ist vor kurzem der Fall des „Dr.“ Wolfgang Gabrutsch durch die Medien gegangen. Dieser ltd. Polizeibeamte […] hat der European Education Group 40.000 Euro für das Doktorat an der Cyprus International University hingeblättert. Bei den Unterlagen, die ihm die European Education Group geschickt hatte, war auch ein Dokument des Wissenschaftsministeriums, das die generelle Anerkennung der in Zypern verliehenen Doktortitel in Österreich bescheinigen sollte. Nachher stellte sich heraus, dass er den Titel nicht führen darf, weil die Universität in Nordzypern liegt. 40.000 Euro für die Katz. Aber die Deppen sterben halt nicht aus.

    [gekürzt … -red.]

    • Dr. Bernd Dammann

      Oesterreichische Verhältnisse – nicht nur in Oesterreich

      Mir scheint, Kommentatorin Styria hat da etwas missverstanden, irrt deswegen hier gewaltig und freut sich leider zu früh, denn der Herr Dr. Wolfgang Gabrutsch, BA MBA MBA, leitender Polizeibeamter der Landespolizeidirektion Kärnten und Leiter des Referats Dienstvollzug, führt seinen teuer erworbenen Doktortitel ja nach wie vor und auch völlig unbehelligt!

      Der für solche hochschulrechtlich zu bewertenden Fälle zuständige Referent Peter Pasecky, Beamter im Bundesministerium für Inneres in Wien, führte dazu schon im September 2016 aus, indem er vielleicht ungewollt, aber auf jeden Fall unverblümt den in der EU bildungs- und hochschulpolitisch planvoll und zielgerichtet herbeigeführten Skandal auf den Punkt bringt – ich zitiere:

      Bei dem „ Erlass, welche akademischen Grade in öffentliche Urkunden eingetragen werden dürfen, handelt es sich (in Oesterreich) nur um eine Empfehlung. Der Doktortitel ist anerkannt, wenn er von einer in dem Land, in dem er erworben wurde, anerkannten postsekundären Einrichtung verliehen wurde und darf immer geführt werden. Lediglich die Eintragung in Urkunden (Ausweise und Standesurkunden) ist nur für in der EU erworbene akademische Grade vorgesehen. Der im Ausland erworbene akademische Grad (auch EU) berechtigt ja auch nicht in dem Fach tätig zu werden, wenn dafür eine akademische Ausbildung notwendig ist (Arzt, Jurist, Apotheker usw.). Dann muss eine Nostrifizierung erfolgen. Im Fall von Nordzypern ist es auch lediglich die Frage: Eintragung in Urkunden oder nicht, führen darf man den Grad auf alle Fälle und überall (!!!), also man ist schon ein „Dr.“, darf das immer und überall schreiben, in Formularen ausfüllen, gegenüber der Behörde anführen usw. Am Besten wäre: eine Anerkennung an einer EU-Universität mit einer Verleihungsurkunde, die dann von der Behörde als EU-Grad gesehen werden kann.“ (siehe: https://www.linkedin.com/pulse/doktortitel-ist-eine-bindende-des-enic-naric-wert-dr-wolfgang )

      • Tatsächlich ist nicht strittig, ob Dr. Gabrutsch seinen Doktorgrad führen darf: Das darf er, und insoweit irrt Kommentator/in styria tatsächlich. Doch Dr. Gabrutsch war es auch darum gegangen, den „Dr.“ in amtliche Dokumente eintragen zu lassen. Und das darf er nicht. Siehe ergänzend auch http://kaernten.orf.at/news/stories/2795775/

  8. Dr. Bernd Dammann

    Und in der BRD ? Viel heiße Luft und abgrundtiefe Vollzugsdefizite !

    Zur allgemeinen Kennzeichnung der Rechts- und Gesetzeslage in der BRD sei hier beispielhaft auf das Gesetz über die Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen (Hochschulgesetz – HG) in der Fassung vom 16. September 2014 hingewiesen. Dort heißt es in § 69 – Verleihung und Führung von Graden und von Bezeichnungen:

    „(2) Von einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland oder in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union einschließlich der Europäischen Hochschulen in Florenz und Brügge sowie der Päpstlichen Hochschulen in Rom verliehene Hochschulgrade sowie entsprechende staatliche Grade können im Geltungsbereich dieses Gesetzes in der verliehenen Form geführt werden. Ein sonstiger ausländischer Hochschulgrad, der auf Grund einer Prüfung im Anschluss an ein tatsächlich absolviertes Studium von einer nach dem Recht des Herkunftslandes anerkannten Hochschule ordnungsgemäß verliehen wurde, kann in der verliehenen Form unter Angabe der verleihenden Institution geführt werden.
    …..
    (7) Von den Absätzen 2 bis 6 abweichende Grade und Titel sowie durch Titelkauf erworbene Grade dürfen nicht geführt werden. Wer einen Grad führt, hat auf Verlangen der zuständigen Behörde die Berechtigung hierzu urkundlich nachzuweisen. Das Ministerium oder die von ihm beauftragte Behörde kann auch Auskunft über Höhe, Rechtsgrund und Zweckbestimmung von Zahlungen verlangen, die im Zusammenhang mit dem Erwerb des Grades stehen oder geleistet wurden. Es oder sie kann von der gradführenden Person eine Versicherung an Eides statt über die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben nach den Sätzen 2 und 3 verlangen und abnehmen. Eine von den Absätzen 2 bis 6 abweichende Grad- oder Titelführung kann vom Ministerium oder einer von ihm beauftragten Behörde untersagt werden. Wer vorsätzlich gegen Satz 1 oder eine Anordnung nach Satz 2 bis 5 verstößt, handelt ordnungswidrig. Ordnungswidrig handelt ferner, wer vorsätzlich Urkunden ausstellt oder beschafft, in denen ein nach den Absätzen 1 bis 6 sowie Satz 1 nicht führbarer Grad verliehen wird. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 500.000 Euro geahndet werden. Zuständige Verwaltungsbehörde für die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten nach Satz 6und 7 ist das Ministerium oder eine von ihm beauftragte Behörde.“

    Bemerkenswert sind allerdings die darin enthaltenen Ausführungs- und Anwendungsbestimmungen, die unmittelbar an diese gesetzlichen Vorgaben und Vorschriften anknüpfen. Auch sie finden sich in den Hochschulgesetzen aller Bundesländer der BRD. Es handelt sich dabei, wie man sieht, um Kann-Bestimmungen, aber eben nicht um Soll- oder Muss-Vorschriften.

  9. Es sieht nicht gut aus für Simone G. Die Schlinge zieht sich zu. Auf gutefrage.net hat ein User soeben das Rätsel um ihre Identität gelüftet und sucht nun nach weiteren Geschädigten:


    Insider-Kreisen zufolge haben Prof. Dr. Mathias G. Schroeder und Konsul Univ.-Prof. Dr.Dr. Peter Linnert bereits eine Einladung in die Residenz der deutschen Vatikanbotschafterin erhalten, wo man die Einzelheiten der vorzubereitenden Sammelklage beraten wird.

    [Irgend eine Verbindung zwischen Simone G. und der hier genannten Person ist uns nicht bekannt. -red.]

  10. Bar B Q: Nachdem nun die Promotionsexperten Sonja Keppler (PhD Brat, Europasekretärin) und Timo Keppler (Dipl.-Bw. FH) sowie Prof. mult. Dr. mult. Hubert O. Dollack (PhD Universidad Central de Nicaragua UCN) ihre MBA- und Dr.-Titelmühlen STW, IOM, MCZ, EEG, ESIER…, (Briefkästen in Berlin – Zürich – Liechtenstein – Allensbach…) mit tatkräftiger Hilfe des BW-WissMin von Theresia Bauer als Business School „WHL School of Business and Economics“ in die staatlich anerkannte Allensbach University (of Applied Sciences: überflüssig und weglassen) eingebracht haben, sollte sich Mandy von der Grafik doch noch einmal überlegen, ob sie nicht dieser Hochschule in Konstanz den Vorzug geben könnte; denn der Name Allensbach putzt ungemein, wenn man bedenkt, dass die Trägergesellschaft gezielt in Freiburg unter einem Allensbacher 78476 Briefkasten registriert wurde, um von der starken Marke Allensbach Institut für Demoskopie zu profitieren, während die Hochschule mitsamt Bibliothek und allen Professoren sowie Verwaltungsangestellten unter 78467 im Gewerbegebiet von Konstanz in einer Etage untergebracht wurde. Dort sind die Kepplers, die ihren Wohnsitz in die Schweiz verlegt haben, auch als Kanzler WHL/Geschäftsführer EEG (Timo) und Professorin WHL/Wissenschaftliche Leiterin EEG-Doktorandenseminar (Sonja) im Dienst zu erreichen.

    Wenn Mandy eine entsprechende Zahlungsbereitschaft aufbringt, kann sie dort bestimmt auch Theologie studieren – denn in Glaubensfragen muss ja immer „einer dran glauben“. Oder wie schon Konrad Adenauer zu sagen pflegte: Wem selbst nichts einfällt, der muss zahlen. Also zögern Sie nicht, die dortige Studienberatung zu konsultieren. Zitat: „An unserer Hochschule findet ein regelmäßiger Dialog zwischen Forschung und Praxis statt, welcher vielleicht auch für Sie persönlich ein Ansporn sein kann. Der Mastergrad, den Sie im Rahmen eines Postgraduiertenstudiums an unserer Hochschule in Konstanz erwerben, könnte Ihr erster Schritt zu einer möglichen Promotion sein. Wir unterhalten Forschungskooperationen mit namhaften deutschen und internationalen Universitäten, an welchen Sie ein Promotionsverfahren nach Ihrem Masterstudium anschließen können“.

    Als renommierte Universitäten werden dann aufgezählt: Florida Christian University, Faculdade de Educacao Superior do Paraná, Universidade do Futuro, Amity University London, Girne American University (als G A U), Trnava University, University of Ss. Cyril and Methodius, Cyprus International University…; eine (namhafte) deutsche Universität findet sich trotz Vorankündigung nicht; und auch keine wirkliche Universität (wissenschaftliche Hochschule) im Ausland; es sind in der Regel berufsbildende Erziehungsanstalten mit besonders bunten Urkunden, die gern herumgezeigt werden. Dieses Treiben findet unter den gestrengen Augen der Ministerialbürokratie BW statt: Konstanz an der Grenze zur Schweiz liegt von Stuttgart ja auch viel weiter entfernt als Lahr im schönen Schwarzwald.

    Allerdings bezeichnet sich die Konstanzer Fernhochschule in der Tradition der Wissenschaftlichen Hochschule Lahr, die sie 2015 übernommen hat, gern weiterhin als WHL, obwohl von Wissenschaftlichkeit in Forschung und Lehre nicht die Rede sein kann, wie der Wissenschaftsrat schon 2003 konstatierte, als er die Akkreditierung des AKAD-Bankerts verweigerte.

    Seit die Promotionsexperten diese Hochschule übernommen haben – und den Rektor der gescheiterten WHL gleich mit, erweist dieser den Eigentümern seine Dankbarkeit, indem er als geborener Vorsitzender der Berufungskommission alles zum Professor macht, was die Eheleute wünschen: Zuerst Frau Keppler, jüngst den in Österreich selbsternannten Professor (Belg) Dr. mult. Stieger und immer die Person, die ihm vom Kanzler Timo Keppler ans Herz gelegt wird. Die Mehrheiten in der Berufungskommission sind sichergestellt, weil Timo und Sonja Keppler, der Rektor Martin Reckenfelderbäumer und der stets bereite Dr. Uwe Seidel, FH-Regensburg-Professor in Bayern, mit 4 Stimmen und durch die passende Vorauswahl der eingeladenen Bewerber immer den „Richtigen“ und am besten „Passenden“ bestimmen.

    So ist es auch nicht überraschend, dass weder echte Forschung noch Lehrfortschritte erreicht werden – von Fortbildung und Entwicklung der Lehrmaterialien und anspruchsvollen Examina ganz zu schweigen: Wer zahlt besteht.

    Dass die Beamten in BW und Bayern dieses Versagen der Hochschulleitung und ihrer Professoren auf der ganzen Linie nicht bemerken, ist ja nicht überraschend; jedoch wundert sich der amerikanisch angehauchte Bar B Q, dass die Spezialistin für investigativen Journalismus Diplom-Psychologin Bärbel Schwertfeger in München, nach Selbstauskunft „Inhaberin des führenden MBA-Themen Blogs in Deutschland seit 2006 bis heute“, noch nicht auf der Spur der Titelhelden ist. Vielleicht macht die räumliche Nähe ja blind. Das müsste doch ein tolles Thema für ihr MBA Journal (seit 2014) sein.

    Blind oder unausgeschlafen waren jedenfalls die internen und externen Gutachter der FIBAA von Frau Prof. Dr. Kerstin Fink (fink@fibaa.org.), als sie bei der Begutachtung vor Ort nicht gesehen haben, wie ihnen die Kepplers die uralten Skripten der WHL mit bunten neuen Deckblättern unterjubelten, die schon 2003 vom Wissenschaftsrat als wissenschaftlich völlig unzulänglich und veraltet beurteilt wurden – dabei aber noch sorgfältig ihre Doktorandenprogramme verbargen, die sie ja auch als Eigentümer der University of Applied Sciences auf dem Campus gar nicht betreiben sollten. Beachtlich ist, dass BW 2015 ausdrücklich die Führung akademischer Titel von Nordzypern ohne Zusätze untersagt hat, dass die Beamten aber die Verleihung genau dieser Titel unter ihrer Hochschulaufsicht seit 2015 nicht unterbinden.

    Da die DBA-Prüfungen öffentlich sind, können sich die Beamten ja gern an einem verlängerten Wochenende von der Qualität der Rigorosen und der Dissertationen vor Ort überzeugen. Der nächste Termin ist am 16. September 2017, von 9.00 Uhr an am laufenden Band (Samstag bis Montag: Seminarraum der staatlich anerkannten Fachhochschule, Lohnerhofstr. 2, 78467 Konstanz; Anmeldung nicht erforderlich). Eine Auslandsdienstreise nach Liechtenstein zur EEG AG, Wirtschaftspark 25, FL-9492 Eschen erübrigt sich, weil es dort nur einen Briefkasten gibt und weil die Eigentümer (der CEO/Delegierte des Verwaltungsrates und Kanzler) Timo Keppler sowie (die Wissenschaftliche Leiterin EEG und Professorin WHL) Sonja Keppler zu der Zeit das Doktorandenseminar in Konstanz leiten.

    • Kommentator „DONUT“ / „Bar B Q“ zeigt beträchtliches Detailwissen und deutliche Wut. Ein Ex-Insider, könnte man denken. Vielleicht jemand, der neuerdings nicht mehr […gelöscht… – Simone G., der in ihrer littauischen Sandgrube offenbar langweilig ist, ergeht sich hier wieder einmal in haltlosen Spekulationen. Um Allensbach wallen die Nebelschwaden über den See, dass man fast meinen könnte, man sei bei Bramsche im Sumpf gelandet. Doch war es nun Varus oder Germanicus? Wer wollte das sagen? Alles nur Stochern im Moor. -red.]

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