#schavangate komplett: Das vollständige Dossier – Der Bericht der Uni Düsseldorf zum Download

27Unsere #schavangate-Reihe ist nun abgeschlossen. Auf einige Aspekte, die sich aus dem Dossier ergeben, werden wir demnächst noch einmal näher eingehen.

Dieser Beitrag bietet:
1.) alle #schavangate-Texte im Zusammenhang, denn so liest sich das doch noch mal etwas besser,
2.) den Zugang zum vollständigen „Abschlussbericht“ des Dekans an den Senat der Universität Düsseldorf mit allen Anlagen (hier), damit Sie wissen, auf welcher Grundlage wir hier berichtet haben.

Das Schavan-Dossier der Uni Düsseldorf

Annette Schavan und ihre bösen BubenDie Aktionen, durch die Annette Schavan vor dem Verlust ihres Doktorgrades bewahrt und so im Amt gehalten werden sollte: Sie waren ein abgekartetes Spiel. Dabei wurde nach Kräften getrickst, gelogen und Druck ausgeübt – für nichts waren sich die Granden der Wissenschaft zu fein. Die Ministerin selbst hat versucht, direkt in das Verfahren der Universität einzugreifen. Ihre Seilschaften wollten sogar auf das Verfahren des Verwaltungsgerichts einwirken. All das wird jetzt durch Unterlagen der Uni Düsseldorf konkret belegt.

Es handelt sich bei diesen Unterlagen um einen „Abschlussbericht“ des Dekans Bruno Bleckmann an den Senat der Universität. Er ist undatiert, dürfte aber frühestens am 5. Juli 2014 fertiggestellt worden sein. Der Bericht umfasst 24 Seiten, weitere 49 Seiten mit Dokumenten sind beigefügt. Er erläutert die Grundsätze der Philosophischen Fakultät im Umgang mit Plagiatsvorwürfen und stellt das Vorgehen im Fall Schavan dar. Bericht des Dekans Bleckmann zum Fall Schavan Sodann schildert er detailliert die „Geschichte der massiven Interventionen“, denen sich die Universität dabei ausgesetzt sah. Es ist eine Geschichte voller Ungeheuerlichkeiten. Es ist die Moritat von einer Ministerin, die sich selbst für ihr Amt hielt. Es ist die Scharade von Forschern, die Forschung simulierten, um einen Prozess gewinnen zu helfen, und von Institutionen der Wissenschaft und der Wissenschaftspolitik, die eine Tagung inszenierten, um den Ergebnissen dieser Simulation noch rasch die höheren Weihen zu geben. Es ist das Schand- und Trauerspiel eines durch die Verflechtung mit der Politik korrumpierten Wissenschaftsbetriebs.

Im dokumentarischen Anhang finden sich ein längerer Auszug aus dem Bericht des Prodekans Stefan Rohrbacher über seine Überprüfung der Doktorarbeit („Rohrbacher-Gutachten“), eine Erklärung, die er im Oktober 2012 vor dem Promotionsausschuss zum Bruch der Vertraulichkeit im Verfahren abgab, sowie ein Schreiben, mit dem er Auskunft auf Fragen der Staatsanwaltschaft zu diesem Zusammenhang gab. Aufschlussreich ist auch eine Gegenüberstellung des in der ZEIT im Oktober 2012 veröffentlichten Gegengutachtens der Erziehungswissenschaftler Heinz-Elmar Tenorth und Helmut Fend mit einer Vorab-Version, welche die Autoren wenige Tage zuvor direkt an die Fakultät gesandt hatten – wohl in der Erwartung, damit noch auf eine unmittelbar anstehende Sitzung des Promotionsausschusses einwirken zu können. Ein „Kurzgutachten“, mit dem der Seerechtsexperte Rüdiger Wolfrum im Januar 2013 nochmals die Unrechtmäßigkeit des Düsseldorfer Verfahrens darzulegen suchte, ist ebenso enthalten wie Interventionsbriefe, die vom Präsidenten der Hochschulrektoren-Konferenz, Horst Hippler, und vom Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, Peter Gruss, nach Düsseldorf geschickt wurden. Die Antworten des Dekans sind jeweils beigefügt. Bemerkenswert ist auch sein brieflicher Schlagabtausch mit dem Vorsitzenden des Wissenschaftsrats, Wolfgang Marquardt, und dessen Generalsekretär. Ferner enthält der Anhang verschiedene veröffentlichte Erklärungen zu den Fällen Schavan und Koch-Mehrin sowie einige Schmähbriefe, die das Sittenbild in düsteren Farben abrunden.

Die Ministerin

Nicht nur bei der Abfassung ihrer Doktorarbeit vor mehr als dreißig Jahren hat Annette Schavan arglistig getäuscht. Um ihren Doktorgrad und damit auch ihr Ministeramt zu retten, hat sie alles getan, um die Öffentlichkeit in der Debatte um die Plagiatsvorwürfe und das Verfahren der Universität in die Irre zu führen. Ihre einschlägigen Äußerungen über bloße „Zitierfehler“, über die „denkbar wissenschaftsferne“ Entscheidung und das „irre Menschenbild“ der Fakultät sind mehr oder weniger bekannt. Nicht bekannt war bislang allerdings, dass Schavan persönlich und ganz unmittelbar in das Verfahren einzugreifen versucht hat, als es ihr gefährlich wurde. Im Bericht des Dekans lesen wir:

Die Ministerin selbst hatte bereits in einem am 15. Oktober 2012 per email aus dem Ministerium zugestellten Schreiben nicht nur die Forderung nach der Einbeziehung externer Fachgutachter gestellt, die neben ihrer Dissertation auch den Rohrbacher-Bericht begutachten sollten, sondern sich auch anerboten, der Fakultät solche externen Fachgutachter gleich selbst zu benennen.

Schavan war offenbar der Auffassung, dass sie der Fakultät das Verfahren vorgeben könne: Nicht nur ihre eigene Arbeit, sondern auch der Rohrbacher-Bericht sollte einer externen Begutachtung unterworfen werden, und zwar durch Experten, die sie selbst auswählen wollte. Im Übrigen verlangte sie im selben Schreiben, noch „im Laufe dieses Tages“ mit dem Dekan ein Gespräch „über das weitere Vorgehen der Fakultät“ zu führen.

Auch wenn sie damit in Düsseldorf nicht durchgedrungen ist – der Abschlussbericht zeigt: Schavan hat in eigener Sache ihr Amt missbraucht. Und der Bericht lässt wenig Zweifel daran, dass man in Düsseldorf der Auffassung ist, auch die Rettungskampagne der Wissenschaftsfunktionäre sei von der Ministerin amtsmissbräuchlich initiiert und gesteuert worden.

Die Gutachtertriade

Wie es der Zufall wollte, meldeten sich just an jenem 15. Oktober 2012 ganz aus eigenem Antrieb drei externe Experten mit einem gemeinsamen Gutachten bei der Fakultät, das den Vorstellungen der Ministerin recht genau zu entsprechen schien. Der Erziehungswissenschaftler Heinz-Elmar Tenorth und sein Kollege Dietrich Benner hatten schon im Mai 2012 öffentlich ein Gutachten zur Doktorarbeit der Ministerin abgegeben und waren bereits damals zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich nicht um einen Plagiatsfall handelte. Wie der Abschlussbericht festhält, war die Fakultät dann

immer wieder massiv mit der Forderung bedrängt worden, sie solle diesen Zeitungsartikel als Gutachten annehmen, offenbar in der Erwartung, dass sie sich damit auch dessen Tenor und Ergebnis zueigen machen würde.

In dem gemeinsamen Gutachten vom 15. Oktober wurden nun die im Mai gewonnenen Erkenntnisse wiederholt und bekräftigt und der Sachbericht des Prodekans Rohrbacher als unzulänglich und verfehlt abgetan. Dass der Zürcher Erziehungswissenschaftler Helmut Fend diesen Feststellungen nunmehr beigetreten war, musste umso stärkeren Eindruck machen, als Fend selbst zu den Plagiatsopfern dieses Falles gehört haben sollte.

Wenige Tage später erschien dieses neuerliche Gutachten auch in der Wochenzeitung DIE ZEIT. Allerdings in leicht veränderter Version. Es fehlte der Name des Mitautors Benner. Auch einige allzu polemische Wendungen gegen den Düsseldorfer Prodekan waren vor der Veröffentlichung rasch noch geglättet worden. Und es fehlte eine Aussage, deren fatale Wirkung den Autoren wohl inzwischen aufgegangen war: Mit ihrer Entgegnung auf den Rohrbacher-Bericht, so hatten Tenorth, Benner und Fend in der Fassung vom 15. Oktober noch geschrieben, wollten sie

nicht etwa den vergeblichen Versuch unternehmen, die detailliert ausgebreiteten Befunde seiner textvergleichenden Arbeit zu bestreiten; denn „Regelwidrigkeiten“, also die von uns schon genannten „Zitierfehler“ sind ja gar nicht zu bestreiten.

Vergeblich war dann auch der Versuch, der Fakultät die förmliche Beauftragung der Gutachtertriade mit ihrer bereits ungefragt abgelieferten Expertise aufzuzwingen. Wie wir aus dem Gerichtsurteil wissen, legte Schavan am 5. November 2012 jedoch zusammen mit ihrer eigenen Stellungnahme auch weitere Stellungnahmen von Erziehungswissenschaftlern vor. Zwar nennt das veröffentlichte Urteil deren Namen nur in Chiffren, doch lassen sie sich leicht und zweifelsfrei entschlüsseln als: Tenorth, Benner und Fend.

Ludger Honnefelder

Als Leiter des Cusanuswerks war der Bonner Philosoph Ludger Honnefelder einst der Dienstvorgesetzte von Annette Schavan, die ihm dann in diesem Amt nachfolgte. Als seine frühere Mitarbeiterin in ernste Schwierigkeiten geriet, war Honnefelder zur Stelle: Mit zahlreichen Gutachten, die er in immer neuen Konstellationen verwendete. So konnte Schavan am 5. November 2012 zusammen mit ihrer eigenen Stellungnahme auch ein Gutachten Honnefelders vorlegen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich hierbei um jenes Honnefelder-Papier, von dem der Abschlussbericht sagt, es sei „in der Öffentlichkeit als Gegengutachten zu Rohrbacher verkauft“ worden. In einer früheren Version habe Honnefelder dieses Papier bereits verwendet, um Mitunterzeichner für das im Juni 2012 veröffentlichte Memorandum „Unwürdiges Spektakel“ zu gewinnen, mit dem eine Verfolgung anonym angezeigter und auf digitalen Textvergleichen basierender Plagiatsvorwürfe wie im Fall Schavan diskreditiert werden sollte. Aus den Fakultäts- und Prozessakten gehe ferner hervor, dass Schavan von alledem wusste. In seinem Bericht stellt der Düsseldorfer Dekan fest:

Der Fall zeigt sehr eindeutig, wie intensiv die Absprachen für die gleichwohl dilettantische Rettungskampagne gewesen sein müssen.

In der Öffentlichkeit als Gegengutachten zu Rohrbacher verkauft wurde das Papier durch Veröffentlichung am 21. Januar 2013 in der ZEIT Online. Letztlich zielt es auch in dieser veröffentlichten Fassung aber darauf ab, dass der Promotionsausschuss seine Beratungen auf eine neue Grundlage stellt, indem er die in höchsten Tönen gelobte Gutachtertriade hinzuzieht. Der Promotionsausschuss, wohlgemerkt, und nicht etwa der Fakultätsrat, auf den es im Januar 2013 allein angekommen wäre. Die Akteure dieser dilettantischen Rettungskampagne haben es also noch nicht einmal mit dem zeitlichen Abstand von fast einem Vierteljahr geschafft, die Spuren ihrer Versuche der unmittelbaren Einwirkung auf das Verfahren aus den Papieren zu tilgen, die sie selbst an die Öffentlichkeit gaben.

Peter Gruss

Scharf werden im Abschlussbericht des Dekans die Präsidenten der Wissenschaftsorganisationen wie auch Präsidenten von Hochschulen attackiert, die seit Oktober 2012 „ohne Kenntnis der Aktenlage und in flagranter Verletzung des Autonomieprinzips“ die Düsseldorfer Universität und ihre philosophische Fakultät mit Kritik überzogen.

Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Peter Gruss, hatte es besonders eilig gehabt, der Ministerin zu Hilfe zu kommen: Schon am 17. Oktober 2012 verbreitete die MPG seine offizielle Erklärung, die in der Feststellung gipfelte, dass das Verfahren der Fakultät „der deutschen Wissenschaft nicht würdig“ sei.

Am 21. Januar 2013, unmittelbar vor der Entscheidung des Fakultätsrates über die Einleitung des offiziellen Entzugsverfahrens, meldete sich Gruss erneut zu Wort. Diesmal nicht mit einer öffentlichen Erklärung – die hatte wenige Tage zuvor bereits die Allianz der Wissenschaftsorganisationen auch im Namen seiner Max-Planck-Gesellschaft abgegeben. Diesmal wollte Gruss unmittelbar auf den Düsseldorfer Fakultätsrat einwirken. „Der Umgang mit den Plagiatsvorwürfen gegen Bundesministerin Annette Schavan“ sowie „die damit verbundene öffentliche Diskussion“ erfüllten ihn „mit großer Sorge“. Er legte dar, was aus seiner Sicht bereits Logik und Rechtsstaatlichkeit geboten:

Wie bei der Promotion, so mussten auch „im umgekehrten Fall, nämlich bei der Prüfung einer Aberkennung eines Promotionstitels“, mindestens zwei Gutachter herangezogen werden, darunter zumindest einer „aus dem fachlichen Kernbereich der Dissertation“ (Logik). Notwendig war auch eine „personelle Trennung von Vorprüfung und Prüfung“ (Rechtsstaat). Dass sich somit im Umkehrschluss gerade aus der angeblich zwingenden Analogiebildung zwischen Promotions- und Entzugsverfahren eine rechtsstaatliche Bedenklichkeit des gesamten Promotionswesens ergeben könnte, da ja üblicherweise die vorprüfenden Doktormütter und -väter auch an der Prüfung mitwirken, entging dem Logiker. Im Übrigen belehrte er den Fakultätsrat darüber, dass „nicht die wissenschaftliche Aussage“, sondern lediglich „der berichtende Teil“ der Dissertation „von den Plagiatsvorwürfen betroffen“ sei. Eine besondere Pointe sieht Dekan Bleckmann aber darin,

dass der MPG-Präsident die Mitglieder des Fakultätsrats mit seinem Interventionsversuch zugunsten der amtierenden Wissenschaftsministerin „nur darin bestärken“ wollte, „alles zu tun, um die Wissenschaft und wissenschaftliche Prinzipien nicht zum Spielball politischer Interessen werden zu lassen“.

In der Tat: Die Gefahr, dass „Wissenschaft“ und „wissenschaftliche Prinzipien“ zum Spielball politischer Interessen werden könnten, war wohl nicht ganz von der Hand zu weisen.

Wolfgang Marquardt

Nicht nur der Philosoph und Theologe Honnefelder kam mit seiner inneren Mission im Außenverhältnis mitunter ins Stolpern. Eher dilettantisch waren auch die öffentlichen Bemühungen des Vorsitzenden des Wissenschaftsrats, Wolfgang Marquardt, den offensichtlich kampagnenhaften Charakter der Interventionen zugunsten der Ministerin zu verschleiern. Genüsslich verweist der Abschlussbericht auf ein besonders übles Missgeschick: Im Januar 2013 hatte Marquardt den Drang verspürt, öffentlich zu bestreiten, dass die Kritik des Wissenschaftsrats am Düsseldorfer Verfahren von Schavans Ministerium initiiert worden sei. Dumm nur, dass dieser Vorwurf nirgendwo erhoben worden war.

Dass Marquardt sich noch am 20. März 2014 in der ZEIT mit abträglichen Äußerungen über das Düsseldorfer Verfahren zitieren ließ und dafür von Dekan Bleckmann einen bösen Brief bekam, ist bekannt. In seinem Schreiben thematisiert der Dekan auch die Tagung „Wissenschaft in der Verantwortung“, die der Wissenschaftsrat im Juli 2013 ausgerichtet hatte und in deren Zentrum ein Vortrag des Zürcher Kulturwissenschaftlers Philipp Theisohn stand, der ganz unverhohlen auf die erneute Diskreditierung der Düsseldorfer Entscheidung im Fall Schavan abzielte. Indem sie diesem „vermeintlich wissenschaftsgeschichtlichen Vortrag“ eine derart prominente Bühne bot, habe die Tagung des Wissenschaftsrats der „Relativierung der Bedenklichkeit von Textplagiaten“ gedient, so Bleckmanns Vorwurf.

Nicht bekannt war bislang der weitere Briefwechsel, der sich nun im Anhang des Abschlussberichts findet. Marquardt ließ durch seinen Generalsekretär antworten. Der wollte unter anderem behaupten, Marquardt habe sich zu keiner Zeit zum Düsseldorfer Verfahren geäußert. Die Ausführungen „Professor Theisons“ auf der Tagung des Wissenschaftsrats gingen „Hand in Hand“ mit den Forderungen seines Vorsitzenden und der „Allianzerklärung“ zur angemessenen Bewertung von Dissertationen. Am 5. Mai 2014 schrieb der Düsseldorfer Dekan deshalb erneut an Marquardt:

Bitte richten Sie doch Ihrem Generalsekretär aus, dass er den Überblick über Ihre Äußerungen nicht verlieren möge! … Es sollte für die künftige Gewichtung der Äußerungen der Allianz der Wissenschaftsorganisationen auch genau geklärt werden, ob der Wissenschaftsrat ein- oder ausschließlich des Vorsitzenden hinter den Äußerungen der Allianz steht oder nicht.

Die von der Allianz angemahnten Prinzipien, die der Wissenschaftsrat schon 2011 in seinem Forderungskatalog zur Qualitätssicherung bei Promotionen formuliert haben wollte, seien tatsächlich

erst im Januar 2013 am geltenden Recht wie an der etablierten und allseits akzeptierten Praxis vorbei erfunden

worden.

Zum Theisohn-Vortrag und der erneuten Bekräftigung seiner Tendenz durch den Wissenschaftsrat heißt es im Abschlussbericht:

Letztlich leistet der Wissenschaftsrat damit nicht nur dem populären Irrtum Vorschub, vor dreißig Jahren habe eine andere Zitierkultur als heute geherrscht, sondern auch der Verharmlosung des Plagiatsproblems. Er untergräbt auf diese Weise die von ihm selbst eingeforderten Bemühungen um Qualitätssicherung bei Promotionen.

Wie sich noch zeigen wird, leistete der Wissenschaftsrat damit auch noch ganz anderes.

Peter Strohschneider

Nur in einer Fußnote widmet sich der Abschlussbericht dem Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Peter Strohschneider: Vor der Öffentlichkeit hatte er sich vornehme Zurückhaltung auferlegt und wohl nur geraume Zeit nach dem Entzug des Doktorgrades einmal darauf verwiesen, dass es sich um ein „in vielfacher Hinsicht kritisiertes Verfahren“ gehandelt habe. Doch wie die kleine Fußnote verrät, war Strohschneider hinter den Kulissen durchaus nicht zurückhaltend:

Seiner Sorge um den weiteren Gang der Dinge hatte er unmittelbar vor Eröffnung des Entzugsverfahrens in Düsseldorf auf eher persönliche Weise Aus- und Nachdruck gegeben.

Auch der DFG-Präsident hat also versucht, in Düsseldorf direkt zu intervenieren. Die gewählt kryptische Formulierung des Abschlussberichts lässt aufmerken: Strohschneiders Einmischungsversuch war wohl spezieller Natur.

Horst Hippler

Der Vollständigkeit halber sei auch der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz hier gewürdigt, obwohl der Abschlussbericht des Dekans zu seinem Wirken keine Tatsachen enthält, die nicht schon bekannt gewesen wären: Hippler hatte am 15. Januar 2013 versucht, Düsseldorf eine angebliche Erklärung der HRK zu Plagiatsverfahren nahezubringen, die „von einer Vielzahl großer Universitäten“ getragen werde, und hatte sich dafür bei Dekan Bleckmann eine üble Abfuhr geholt. Daraufhin verschwand diese Erklärung in der Versenkung. Stattdessen wurde wenige Tage später die Erklärung der Allianz der Wissenschaftsorganisationen veröffentlicht, deren Vorsitzender gleichfalls Horst Hippler war. Die beiden Papiere ähnelten einander auf verblüffende Weise, doch wird im Abschlussbericht angemerkt:

Hippler forderte allerdings in noch deutlicherer Form als später die Allianz dazu auf, die politischen Dimensionen zu würdigen und den Gleichheitsgrundsatz zu verletzen.

Der Abschlussbericht legt im Übrigen die Lesart nahe, dass Schavan auch von der angeblichen Erklärung der HRK vorab wusste, die ja in Wahrheit wohl nicht sehr viel mehr als eine persönliche Finte Hipplers war und erst vor wenigen Wochen den Weg in die Öffentlichkeit gefunden hat.

Weitere Kombattanten und Begleitmusikanten

Unter den weiteren Kombattanten nennt der Abschlussbericht auch den Präsidenten der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, Helmut Schwarz. Er hatte sich im Oktober 2012 öffentlich mit Kritik an angeblichen Düsseldorfer Verfahrensfehlern zu Wort gemeldet, denen dann

ein ebenso frei erfundener und für vorbildlich erklärter Ablauf des Verfahrens im Fall zu Guttenberg an der Universität Bayreuth gegenübergestellt wurde.

Mitstreiter hatte die Ministerin jedoch auch innerhalb der Universität. Zu den Unterzeichnern des Memorandums „Unwürdiges Spektakel“ gehörte auch das Mitglied des Düsseldorfer Hochschulrats, Ernst Theodor Rietschel, auf dessen „befremdlichen Einsatz“ der Abschlussbericht besonders hinweist: Er hätte sich gar nicht öffentlich äußern dürfen oder aber seine Mitgliedschaft sofort niederlegen müssen. Im weiteren Verlauf des Verfahrens wurde auch innerhalb der Universität vermehrt Druck auf die Fakultät ausgeübt. Der Forderung nach einem weiteren Gutachten haben sich intern

auch mit teilweise sehr drängenden Schreiben oder mündlichen Vorstellungen ein Ehrensenator, Mitglieder des Hochschulrates und weitere Mitglieder unserer Universität

angeschlossen.

Schon im laufenden Verfahren musste sich die Fakultät aus der Welt der Wissenschaft nicht nur massive Kritik, sondern auch üble Beschimpfungen gefallen lassen. So vermerkt der Abschlussbericht, dass der Erlanger Werkstoffwissenschaftler Albrecht Winnacker den Prodekan und den Promotionsausschuss im Oktober 2012 brieflich als „Schande für die Universität“ tituliert hatte. Nach der Entscheidung über den Entzug des Doktorgrades trat dann bekanntlich sein Bruder, der ehemalige DFG-Präsident Ernst-Ludwig Winnacker, mit einer bösartigen Polemik gegen die Fakultät hervor. Die Wogen schlugen nun offenbar besonders hoch:

Intensiv blühte das Genre der ungefragten, aber emotional und mitunter auch in persönlich beleidigender Form vorgebrachten Expertise und zahlreich waren die Leute, die es auf jeden Fall besser gemacht hätten als wir, sei es dass sie wie ein erfahrener Altdekan aus A. die Untersuchung gar nicht eröffnet hätten, sei es dass sie wie HU-Präsident Olbertz stärker in die Tiefe gegangen wären.

Auch weitere Schmähbriefe gingen aus Kollegenkreisen ein. Der Augsburger katholische Theologe Klaus Kienzler beschimpfte den Prodekan: Die Fakultät sei „schlicht um- oder auf Rohrbacher reingefallen“, seine Unterstellung, Frau Schavan habe abgeschrieben, sei „teilweise entweder dumm oder bösartig“, die Anwendung heutiger Maßstäbe auf eine Arbeit aus vergangenen Zeiten zeuge von Amnesie, seine monatelange Untersuchung müsse wohl „von irgendeiner Seite beauftragt“ oder durch „professorale Ehrsucht“ motiviert gewesen sein.

Ceterum censeo: Einen jüdischen Religionswissenschaftler, der sich vor allem mit der jüdischen Erinnerungskultur beschäftigen sollte und bei dem diese amnetischen Störungen auftreten, halte ich für sehr problematisch.

Ein „Diplom für Herrn Plagiat-Jägermeister Denunziatus Schnüffler“ war beigefügt.

Prozesshilfe

Auch bei der Vorbereitung ihres Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht musste Annette Schavan die tatkräftige und erfinderische Unterstützung der Wissenschaftsfunktionäre und weiterer akademischer Helferlein nicht entbehren. Ganz im Sinne der inzwischen zurückgetretenen Ministerin, die damals dringenden Forschungsbedarf angemeldet hatte, stellte der Berliner Kirchenhistoriker Christoph Markschies unmittelbar nach dem Entzug des Doktorgrades gemeinsam mit Mitstreitern aus der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und dem Cusanuswerk eine Interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Zitat und Paraphrase“ auf die Beine. Markschies, der zu den Unterzeichnern des Memorandums „Unwürdiges Spektakel“ gehört hatte, erklärte bei der öffentlichen Vorstellung des Vorhabens, die zu erwartenden Forschungsergebnisse könnten im anstehenden Verwaltungsgerichtsverfahren wohl leider nicht mehr berücksichtigt werden. Doch wie der Abschlussbericht enthüllt, zielte die ganze Scharade nur darauf ab, auf dieses Verfahren einzuwirken:

So wurde der Antrag auf Einrichtung der IAG von den Antragstellern nicht nur bei der Thyssen-Stiftung eingereicht, sondern zugleich Frau Schavan für ihre Zwecke zur Verfügung gestellt und über deren Rechtsanwälte dem Verwaltungsgericht zugeleitet, wo er der Stützung der klägerischen Argumentation dienen sollte.

Denn das Papier, mit dem Markschies und seine Mitstreiter der Thyssen-Stiftung ihren Forscherdrang erklärten, war so abgefasst, dass es auch dem Zweck der Munitionierung der einstigen Ministerin in ihrem Rechtsstreit vollauf genügen konnte.

Zu den in diesem Sinne zweckdienlich erscheinenden Ausführungen im Antragstext gehört vielleicht auch die Feststellung, mit der die besondere Dringlichkeit solch wissenschaftlicher Forschung begründet wird: Die aktuelle Plagiatsdiskussion sei „erkennbar parteipolitisch grundiert.“

Die Tagung „Wissenschaft in der Verantwortung“ vom Juli 2013 erlaubte es der IAG „Zitat und Paraphrase“ dann im Zusammenwirken mit dem Wissenschaftsrat, erste Ergebnisse ihrer Forschungen an höchster Stelle von der Wissenschaftsgemeinde approbieren und sodann zweckdienlich verwenden zu lassen: Der Vortragstext von Philipp Theisohn ging sogleich den Weg des IAG-Antrags und wurde von Schavans Anwälten ebenfalls bei Gericht vorgelegt. Dabei konnte das anwaltliche Begleitschreiben auch den Namen des Autors und die konkreten Fundstellen in einem Fall benennen, der von Theisohn im Vortrag nur anonymisiert vorgestellt worden war. Diese zusätzlichen Einzelheiten sollten der Kanzlei nicht etwa durch Theisohn mitgeteilt worden, sondern durch eigene Forschungen zugeflogen sein.

Es wurde also allerlei Prozesshilfe geleistet, und offenbar nahm Schavan jede Hilfe dankend an. Besondere Erwähnung findet im Abschlussbericht auch

ein geistes- und sprachverwandtes Gutachten eines mit Theisohn kooperierenden Sankt Gallener Medienwissenschaftlers,

das gleichfalls durch Schavans Anwälte an das Verwaltungsgericht ging. Dieser Gutachter lässt sich unschwer als der Romanist Vincent Kaufmann identifizieren, Direktor am St. Gallener Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement, der bei früherer Gelegenheit bereits Klamauk-Diskussionen mit einer angeblichen Helene Hegemann veranstaltet hat, im November 2013 in St. Gallen gemeinsam mit Theisohn ein multidisziplinäres Forum über „Das Plagiat“ organisierte und sich wenig später öffentlich sehr abfällig über das Düsseldorfer Verfahren äußerte. Sein Gutachten enthielt „nicht nur zynische, sondern auch ehrabschneidende“ Invektiven gegen den Prodekan. So schrieb er, Rohrbacher habe die Doktorarbeit der früheren Ministerin

abstrakt und ohne Rücksicht auf die betroffene Fachkultur in selbstgefälliger Einstimmigkeit verurteilt … Prof. Rohrbacher übernimmt hier die Rolle, die in jedem guten Kriminalroman dem sturen Kommissar zukommt, der in den betroffenen Romanen prinzipiell falsch liegt.

Wie der Abschlussbericht festhält, waren freilich nicht nur solche Ausfälligkeiten bemerkenswert:

Diese „Stellungnahme zur Wissenschaftlichkeit des Gutachtens von Prof. Dr. Rohrbacher“ verdient auch deshalb besondere Würdigung, weil sie kein Datum trägt und fälschlich vorgibt, an den Promotionsausschuss unserer Fakultät adressiert gewesen zu sein.

Der Bericht legt nahe, dass es sich hierbei um kein unschuldiges Versäumnis und um kein harmloses Versehen handelte. Das Gericht mochte glauben, dass das gewichtige Votum des Experten aus der Schweiz bei den Beratungen der Fakultät unterschlagen worden sei. Dass schon der Promotionsausschuss hätte erfahren sollen, dass das Rohrbacher-Gutachten ganz und gar unwissenschaftlich sei. Das Gericht mochte hierin einen Verfahrensfehler der Fakultät sehen, denn der Ausschuss hatte die Expertise des Medien- und Kommunikationsmanagers aus St. Gallen ja nie zu Gesicht bekommen. Es mochte gar der Eindruck einer Manipulation des Verfahrens durch die Fakultätsspitze entstehen. Zu Schavans Fama von der Hetzjagd hätte dies nur allzu gut gepasst.

Man war gewiss nicht wählerisch in seinen Mitteln.

Ausblick in die Zukunft

Der Bericht des Dekans schließt mit der selbstbewussten Überzeugung, dass es im Ergebnis des Falles Schavan entgegen verbreiteter Ansicht durchaus nicht nur Verlierer gebe. Vielmehr habe das langwierige Verfahren der Fakultät und das nachfolgende Gerichtsverfahren zur Klärung vieler Fragen geführt.

Damit haben auch andere Fakultäten in ähnlichen Verfahren eine Grundlage, die sicher tragfähiger ist als die diffusen von den Wissenschaftsorganisationen mehr postulierten als präzisierten vermeintlich optimierten Kriterien der Überprüfung von Fehlverhalten.

Der Vorsitzende des Wissenschaftsrates hatte im März 2014 noch versichern wollen, dass künftige Plagiatsverfahren nicht mehr so ablaufen würden wie in Düsseldorf. Der Düsseldorfer Dekan betont dagegen,

dass auch an unserer Fakultät weitere Plagiatsverfahren anhängig sind, die entgegen der Ankündigung von Herrn Marquardt selbstverständlich auf der Grundlage der gleichen, durch das Gericht bestätigten Prinzipien durchgeführt werden.

Und mit gehörigem Sarkasmus macht er deutlich, dass bei solchem Vorgehen auch keinerlei Störung durch Marquardt und seinesgleichen zu befürchten ist, wenn es nicht gerade um die Wissenschaftsministerin geht:

Die um die Wahrung aller wissenschaftlichen Regeln, Prinzipien und Leitsätze so ängstlich besorgten Wissenschaftsorganisationen haben an unseren weiteren derzeit anhängigen Prüfverfahren allerdings bis jetzt nicht das geringste Interesse gezeigt, so dass dieses wertvolle Korrektiv in Zukunft wohl leider entfallen wird.

Das wäre tatsächlich schade. Denn solche Korrespondenzen, wie sie Dekan Bleckmann mit allerlei Wichtigen führen durfte, sind doch immer recht erhebend – für den Schreiber wie für eventuelle Leser.

Wir aber lernen aus diesem Fall, dass Korruption und Amtsmissbrauch kein Grund zur Beunruhigung sind, wenn sie sich erst einmal allgemein genug verbreitet haben. Und so geht alles weiter seinen gewohnten Gang. Nur Annette Schavan sitzt inzwischen halb schon auf dem Heiligen Stuhl.

Der „Abschlussbericht“ des Dekans

Das Schavan-Dossier der Universität DüsseldorfDer Bericht des Dekans an den Senat der Universität Düsseldorf (Juli 2014) umfasst 24 Seiten und weitere 49 Seiten mit Dokumenten. Dieser dokumentarische Anhang enthält:

  1. Bericht Rohrbacher (S. 34-39)
  2. Erklärung Rohrbacher vor dem Promotionsausschuss
  3. Brief Rohrbacher an den Dekan wg. Fragen der Staatsanwaltschaft
  4. Erklärung Wissenschaftsallianz zu S. Koch-Mehrin
  5. Zeit vom 18. Oktober 2012
  6. Der Fakultät zugeschicktes Gutachten von Tenorth-Benner-Fend
  7. Brief Lüst
  8. Erklärung der Allianz der Wissenschaftsorganisationen vom 18. Januar 2013
  9. Briefwechsel Hippler-Bleckmann
  10. „Kurzgutachten“ Wolfrum
  11. Briefwechsel Gruss-Bleckmann
  12. Erklärung Heimo Reinitzer
  13. Brief Klaus Kienzler
  14. Brief Stetter
  15. Erklärung von HU-Präsident Olbertz in der Fassung von Barthel Baus
  16. Briefwechsel Marquardt-Bleckmann
Advertisements

35 Antworten zu “#schavangate komplett: Das vollständige Dossier – Der Bericht der Uni Düsseldorf zum Download

  1. Das ist alles sehr interessant. Woher soll man jedoch wissen, dass dieser hier verlinkte Abschlussbericht überhaupt echt ist?

    • Danke für diesen skeptischen Einwand. Er ist zunächst einmal und grundsätzlich völlig berechtigt, ja notwendig.

      Wir wissen natürlich, auf welche Weise wir diese Unterlagen erhalten haben. Das können wir nicht offenlegen. Auch über weitere Einzelheiten und zusätzliche Wege der Verifizierung, die im Ergebnis die Echtheit des Materials für uns völlig außer Zweifel gestellt haben, können wir keine Auskunft geben.

      Für unsere skeptischen Leser bleiben zwei Ebenen, auf denen Indizien für die Echtheit oder Zweifel hieran gesucht und gesammelt werden können: Die Untersuchung äußerer Merkmale, und die Untersuchung innerer Merkmale.

      Über äußere Merkmale, die für die Echtheit sprechen, könnte man sich jetzt sehr ausführlich verbreiten: Von den technischen Merkmalen der PDF-Datei über den enormen Aufwand, den die überzeugende Fälschung von so umfangreichem Material aus so verschiedenartigen Kategorien bedeuten würde, bis zu dem Eingangsstempel, der sich jedoch nur auf einigen der an die Fakultät gegangenen Papiere findet … Letzten Endes sind das alles aber nur mehr oder weniger starke Indizien.

      Zwingender ist die Stimmigkeit der inneren Merkmale. So enthält der Bericht neben Bekanntem zahlreiche Einzelheiten, die so und in dieser Kombination nur der Fakultätsspitze bekannt gewesen sein können. Auch wäre die Erfindung oder Fälschung von Schmähbriefen namentlich identifizierter Absender sehr unwahrscheinlich, weil umgehend mit entsprechenden Gegenmaßnahmen zu rechnen wäre.

      Aber ich höre hier mal auf. Jede/r soll sich selbst ein Bild machen, durch genaue Lektüre.

  2. In die Properties im PDF ist der Name von jemand, der in Düsseldorf lehrt

  3. Pingback: Archives | Pearltrees

  4. Ein sehr interessanter Einblick in den Wissenschaftspolitik-Betrieb. Wir haben Annette Schavan doch tatsächlich sehr viel zu verdanken! Nein, nicht ihre, wie vom Verwaltungsgericht festgestellt, in böswilliger Absicht abgetippten Uneinsichten in das Gewissen. Sondern vielmehr ein schaurig-schönes Sittengemälde unserer Wissenschaftsfunktionäre, unserer politischen Eilite. Dort, wo die Kwallitätspresse erneut kläglich versagt hat, erschafft Bruno Bleckmann einen zeitgenössischen Prospekt auf Zierrat und Paradenase, auf unerlaubten Einfluss und geistigen Ausfluss, auf gut verseilte Allianzen und schließlich auch auf Marquardts Technik, den Prozess des Verwaltungsgerichts umzukehren und sich zugleich dabei verleugnen zu lassen. Was sind Homers Segeltörns gegen diese Moritat!

    Danke!

  5. Pingback: Causa Schavan: Bericht des Dekans der Philosophischen Fakultät der HHU an den Senat | Erbloggtes

  6. Hat dies auf Ich sag mal rebloggt und kommentierte:
    Die Seilschaften der früheren Wissenschaftsministerin.

  7. Und was hatte diese Ex-Ministerin für ein Sauberfrau-Image. Was für eine schmierige Posse von einer Politikerin, die sich seit Jahrzehnten mit Bildungspolitik beschäftigt hat.

  8. Pingback: blognetnews » #schavangate komplett: Das vollständige Dossier – Der Bericht der Uni Düsseldorf zum Download

  9. Respekt vor der klaren und wirklich gut lesbaren Darstellung des Dekans Bleckmann. Für die Nachwelt wäre es vielleicht interessant, wenn dieses Dokument der Zeitgeschichte zusätzlich noch annotiert würde. Damit würden die durchaus deutlichen, aber leider nicht ausdrücklich angegebenen Verweise doch noch explizit. Das Sittengemälde wäre damit besser konturiert.

  10. Da berichtet die RP nun über den Abschlussbericht und hat ihn dem Anschein nach nicht aufmerksam gelesen … wie sonst könnte sie sich ihr Eigenlob verkneifen, wurde doch auch sie von Prof. Bleckmann im Bericht durchaus als Wasserträger gewürdigt? Aber etliche Journalisten tun sich momentan offensichtlich mit diesem Dokument schwer.

  11. Der Download funktioniert nicht. Weder Aktivieren von JavaScript, noch von Cookies noch von Referrern hilft. Warum wird hier ein offenbar komplett dysfunktionaler Hoster verwendet?

    • Tut uns leid – aber das können wir nicht bestätigen. Es kann sein, dass der Ansturm kurzfristig zu stark war, nachdem DER SPIEGEL auf diese Download-Adresse verlinkt hat: Wir hatten daraufhin plötzlich massenhaft Zugriffsversuche. Der Hoster ist aber bis dahin und seither wieder komplett funktional …

      • b3j8dfhb30-tub

        Ich habe derartige Hoster bereits mehrfach gesehen, und es liegt ganz gewiss nicht am Ansturm. Der Hoster ist einfach schlecht designt oder verwendet irgendwelche Drittseiten, die man normalerweise im Browser blockiert, wie beispielsweise Google, um zu funktionieren. Mit archive.org sollte man solche Scherereien nicht haben, jedoch kann ich gerade auch nicht sagen, ob man man die Datei dort hochladen darf, wenn keine Erlaubnis des Urhebers dazu vorliegt. Ich empfehle aber jedenfalls, auf einen gescheiten Hoster zu verlinken, der am besten auch ohne irgendwelche Skripte auskommt.

      • Jau, machen wir. Unsere üppig ausgestattete Technikabteilung kümmert sich drum, in enger Abstimmung mit unserer gigantischen Rechtsabteilung.

        [Und solange die beiden Abteilungen da noch werkeln, hier vielleicht als Alternative Download via „Tagesspiegel“. Ob das nun besser funktioniert, wissen wir nicht.]

  12. Dekan Bleckmann hat Eier aus Kruppstahl! Manch andere Uni könnte sich glücklich schätzen, solche Dekane zu haben.

  13. Pingback: Störerhaftung in der Kultur | Auf dem Sperrsitz

  14. Michael Freyse

    Ich höre und lese immer wieder, das wir Frau Schavan angeblich sooviel zu verdanken haben. Könnte mir jemand mal diesen Satz mit Inhalt füllen? Dieser Satz wurde doch allererst von Frau Schavans guter Freundin Frau Merkel gehört. Und schon diese hatte keine Begründungen für díese Behauptung erbracht.
    Am meisten ärgert mich aber der Umstand, das Frau Schavan vom Auswärtige Amt seit Anfang diesen Monats beschäftigt wird – und zwar für eine Stelle, für welches man im Auswahlverfahren eine höhere Ausbildung braucht – welche Frau Schavan nachweislich nicht hat. Alterversorgung auf Kosten der Steuerzahler – wie so oft. Schlimm das!

  15. Pingback: Ohne Worte | Geschichte verwalten

  16. Der Download via Tagesspiegel funktioniertinnerhalb wenige Sekunden.

  17. Tut Nixzursache

    >pdfinfo abschlussbericht_vertraulich.pdf
    Title:
    Author: bleckmann
    Creator: Adobe Acrobat Pro 11.0.7
    Producer: Adobe Acrobat Pro 11.0.7
    CreationDate: Mon Jul 7 16:46:11 2014
    ModDate: Wed Jul 9 14:53:49 2014
    Tagged: yes
    Pages: 73
    Encrypted: no
    Page size: 595.32 x 841.92 pts (A4)
    File size: 8257728 bytes
    Optimized: yes
    PDF version: 1.7

    Der Abschlussbericht von Bleckmann wurde schon längst erstellt und dem VG übergeben. Warum, wozu und von wem wurde dieses Dokument erstellt? Was sind die Änderungen gegenüber dem „originalen“ Abschlussbericht?

    • Was haben die Metadaten der PDF-Datei mit Ihrer Behauptung und Frage zu tun?
      Der Abschlussbericht wurde nicht „schon längst erstellt“, sondern am 7. Juli 2014 mit letzter Änderung am 9. Juli. Das zeigen die Metadaten. Aus dem Bericht selbst geht hervor, dass er dem Akademischen Senat der Universität vorgelegt worden ist. Von wem? Von Dekan Bleckmann. Warum? Weil dem Senat abschließend berichtet werden sollte. Wozu? Wir spekulieren mal: Damit der Senat in einer wichtigen Angelegenheit umfassend informiert war?
      Die Behauptung, dass der Dekan schon früher einen Abschlussbericht erstellt und dem VG übergeben hat, ist aus der Luft gegriffen.

  18. Hat dies auf rosakarl rebloggt und kommentierte:
    Eine längere und nicht gerade schöne Geschichte. Aber lesenswert für jeden, der sich für Wissenschaft in Deutschland engagiert.

  19. Pingback: Peter Gruss, bisher wenig beachteter Top-Schavanist | Erbloggtes

  20. Pingback: Was bringt das #schavangate ans Licht? | Erbloggtes

  21. Pingback: Uni Düsseldorf feiert: Lammert kommt doch nicht! | Erbloggtes

  22. Günter Weber

    Was mich interessiert: Wie erklärt sich das scheinbar überwältigende Interesse der Wissenschaftsfunktionäre Frau Schavan unbedingt im Amt zu halten? Kann es denen nicht egal sein, ob da nun Frau Schavan, Frau Wanka oder Rumpelstilzchen im Ministerium sitzt? Oder war man überzeugt, dass Frau Schavan dank dem kurzen Draht zu Frau Dr. Merkel mehr Forschungsmittel würde loseisen können (der beachtliche Aufwuchs des BMBF-Haushalts in den vergangenen Jahren spräche dafür)?

    • Teilweise haben die Herren (mir fällt gerade tatsächlich keine einzige Dame ein) seit den 1980ern beste Beziehungen zu Schavan unterhalten, sich gegenseitig gefördert usw. Immer wieder treten Leute auf, die sie aus ihrer Zeit beim Cusanuswerk kennen. Schon damals hatte sie ja großzügige Förderung zu vergeben.
      Dann war da natürlich die allgemeine Finanzpolitik, die den Bundesländern seit vielen Jahren (zumindest schon in der Ära Kohl) langsam aber stetig die Steuermittel abdrehte, um die Hochschulen und Forschungseinrichtungen bedarfsangemessen auszustatten. Das heißt, da entstand ein enormer Bedarf nach Mitteln bei den darbenden Institutionen der Wissenschaft. Diesem Bedarf kam auch Schavans Vorgängerin Edelgard Bulmahn (SPD) schon mit Bundesmitteln nach – eine Praxis, gegen die sich die Kultusminister der Länder (darunter eine gewisse Annette Schavan) gern gewehrt hätten, wenn das Geld bloß nicht so lecker gewesen wäre. Also schrieb man das Kooperationsverbot ins Grundgesetz. Und Schavan war anschließend als Bundesbildungsministerin immer flüssig und sehr großzügig. Forderungen stellen konnten die notleidenden Einrichtungen ja nicht: Kooperationsverbot! Um so besser konnte sich Annette um ihre Schävchen kümmern. Das verbindet.

  23. Pingback: Dr. Dankeschön. Über die Verleihung der Ehrendoktorwürde an Annette Schavan | www.diarium-libertatis.de

  24. Pingback: Causa Schavan: der Abschlussbericht | Guttengate - Plagiat & Plagiatsvorwürfe

  25. Pingback: „Bildung“ wird entbündelt: Wie das Netz das alte Spielfeld neu definiert « #pb21 | Web 2.0 in der politischen Bildung

  26. Pingback: Was Karneval, Schavan und Düsseldorf miteinander zu tun haben | Der Nesselsetzer

  27. Pingback: Hauptsache die Kasse stimmt | www.diarium-libertatis.de

  28. Pingback: Von zu Guttenberg bis von der Leyen – das Jahrzehnt der Plagiate | Zeilenabstand.net

  29. Pingback: Kein Ruhmesblatt für die Universität Düsseldorf: Einladung an den geneigten wissenschaftlichen Nachwuchs, auch plagiierend in Düsseldorf zu promovieren? | zoom

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s