Bandsalat: Kleine Bitte an Dissertationsdiktatoren

Liebe Dissertationsdiktatoren!
Wenn Ihr nächstens wieder mal der Lehrstuhlsekretärin Eure Dissertation auf Band diktiert, dann achtet doch bitte darauf, dass Ihr auch alle Interpunktionszeichen mitsprecht. Und dass Ihr diktiert, wo ein Absatz sein soll. Und wo eine Fußnote hinkommt. Und dass Ihr sagt, wo ein Zitat anfängt, und dass da Anführungszeichen hinkommen. Und dass Ihr sagt, wo das Zitat aufhört, und dass da Abführungszeichen hinkommen.

Und dann haben wir noch eine Bitte. Eine klitzekleine nur, liebe Dissertationsdiktatoren. Wenn Ihr fertig seid mit Diktieren, und wenn Eure Lehrstuhlsekretärin sich durch die kilometerlangen Bänder hindurchgetippt hat, dann schaut Euch die fertig diktierte und getippte Dissertation doch noch mal an. Geht den ganzen Kram noch mal durch, auch wenn’s Euch noch so sehr anödet. Macht das selbst. Lasst das nicht die Lehrstuhlsekretärin machen. Ob beim Diktat alles richtig rübergekommen ist und so. Die Anführungszeichen bei Zitaten zum Beispiel. Oder auch die Abführungszeichen. Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, dass das noch mal irgend eine Sau interessieren wird – aber kamenz wissen?

Schöne Grüße übrigens auch von Frank-Walter Steinmeier.

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3 Antworten zu “Bandsalat: Kleine Bitte an Dissertationsdiktatoren

  1. Dürfte ich diesen sehr schön gelungenen Aufruf jetzt bitte auch auf Diskettensammlungen übertragen bekommen Fragezeichen Damit verhält es sich Komma wie ich aus dem Erfahrungsschatz eines Ministerialkollegen weitergeben kann Komma sehr ähnlich Punkt Liebe Grüße auch vom Karl Theo und so weiter bitte hier seinen unmerkbar langen offiziellen Namenbandwurm hin Danke

  2. Pingback: Die Angst, die Opfer und die Täter | Erbloggtes

  3. Steinmeier und Lammert sind die Schande für die elende Plagiatsjägerei. Dieser Brief eines Chefredakteurs bringt es auf den Punkt:

    Sehr geehrter Bundeskanzlerin Angela Merkel,
    seit Jahren führen Sie die Bundesrepublik Deutschland erfolgreich durch ein immer schwieriger werdendes internationales Umfeld. Allzu viel Geld verdienen Sie mit diesem stressigen Job nicht, wie Ihnen sogar SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück bestätigt hat. Trotzdem stehen Sie auf der schwarzen Liste des selbst ernannten Plagiatjägers Martin Heidingsfelder. Der versucht erst gar nicht, das mit dem Kampf für Sauberkeit und Ehrlichkeit der Wissenschaft zu begründen. Nein, irgend jemand hat ein Kopfgeld dafür ausgesetzt, dass der saubere Herr Heidingsfeld in Ihrer Doktorarbeit Plagiate, den Diebstahl geistigen Eigentums, findet. Hat er bisher nicht, aber er lässt nicht locker. Eine fünfstellige Summe ist schließlich Anreiz genug.
    Ihre Bundesbildungsministerin Annette Schavan musste Sie bereits wegen solcher Vorwürfe entlassen. Ein widerlicher Vorgang, der das Image der Universität Düsseldorf schwer beschädigt hat. Sollten sich die Vorwürfe gegen Schavan auch nach den juristischen Überprüfungen bestätigen, muss als nächstes die Frage geklärt werden, warum sogenannten Doktorväter immer wieder so krass versagen. Reichte das Fachwissen etwa nicht aus? In den 80er Jahren, in denen Frau Schavan ihre Arbeit geschrieben hatte, wurden bekanntlich die Lehrenden der Fachhochschulen in Professoren der Gehaltsklasse C3 umgewidmet. Die Uni-Professoren (C 4) haben darüber vor Wut geschäumt. Wie auch immer – dreißig Jahre später findet ein sogenannter Plagiatsjäger Hinweise. Jetzt jagt er Frau Wanka, unsere aktuelle Bundesbildungsministerin. Nicht so einfach. Bei naturwissenschaftlichen Arbeiten reicht es nicht, einfach mal ein Computerprogramm zu starten. Da muss man Fachwissen haben. In der Zwischenzeit wird die ganze Plagiatsjägerei immer abgeschmackter. Ein Plagiatsjäger aus Dresden namens Stefan Weber hat eine Nachwuchsprofessorin aus dem Amt gemobbt. Mögliches Motiv: Er hatte sich selbst auf die Stelle beworben und war abgelehnt worden. Wie soll man diese Plagiatswelle jetzt eigentlich beurteilen? Geht es wirklich nur um Ehrlichkeit und Sauberkeit in der Wissenschaft?
    Quatsch.Es gibt immer Leute, die anderen gern am Zeug flicken. Und bei uns in Deutschland laufen Pedanten und Denunzianten en masse rum. Da wird angezeigt bei Polizei oder Steuerbehörde, was das Zeug
    hält. Ein Vollidiot aus dem Harz schwärzt pausenlos seine Nachbarn wegen falschem Parken an. Ich konnte schon in der Schule Petzer nicht leiden.
    Mit angewiderten Grüßen
    Rainer Hahne
    Chefredakteur
    P.S. Im 1000jährigen Reich gab es Menschen, die ihre Nachbarn angezeigt haben, weil die Licht angelassen oder falsche Sender gehört hatten. Die nannte man Blockwart. Für mich gehören die selbst ernannten Plagiatsjäger in dieselbe Sparte.

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