Schlagwort-Archive: Schavan

Annette Schavan erklärt Rücktritt

Die Bundesministerin für Bildung und Wissenschaft, Annette Schavan (CDU), hat heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihren Rücktritt erkärt. Sie zog damit die Konsequenz aus der seit Mai 2012 schwelenden Affäre um ihre 32 Jahre alte Doktorarbeit. Am 5. Februar 2013 hatte der Rat der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf beschlossen, der Politikerin wegen vorsätzlicher Täuschung den Doktorgrad zu entziehen.

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Kurzzeitgedächtnis: Anmerkungen zur aktuellen Bayreuth-Inszenierung

meistersingerIn den Debatten um das Düsseldorfer Plagiatsverfahren gegen Ministerin Annette Schavan ist an Absurditäten kein Mangel. Zu den besonderen Merkwürdigkeiten gehört es, wie der „Fall Guttenberg“ zum Maß aller Dinge gerät und das damals in Bayreuth gewählte Vorgehen zum mustergültigen Prozedere erklärt wird, an dem sich die Düsseldorfer besser ein Beispiel genommen hätten. Diese von Faktenkenntnis weitgehend unbeschwerte Sichtweise zeigt vor allem eins: Das Kurzzeitgedächtnis vieler Kommentatoren folgt in erster Linie ihrer Meinungswillensbildung.

Die überraschende Erhebung des Bayreuther Verfahrens in den Stand der Mustergültigkeit Weiterlesen

Schavan: Plagiat für Anfänger. Ein kleiner Leitfaden

So. Und wieder haben wir eine Seite gefüllt. 89 Seiten jetzt schon … erst … Mühsam, mühsam. Und das liegt gar nicht an der urtümlichen Kugelkopf-Schreibmaskugelkopfchine, die wir bei unserer lieben, alten Muhme Rumfrömmpel ausgegraben haben. Sondern es liegt daran, dass wir noch so etwa 200 Seiten mindestens füllen müssen, damit man das dann eine Doktorarbeit nennen kann. Mit Text. Fußnoten. Allem, was dazugehört. Und es liegt daran, dass uns ständig so viel einfällt zum Thema. Auf dem Tisch stapeln sich all diese öden Bücher, die irgendwelche Typen mal geschrieben haben. Und jedesmal, wenn wir in einer dieser Schwarten blättern, fällt uns ein: Mist, das hätte uns doch auch einfallen können.

Ansonsten fällt uns nicht so viel ein. Und jetzt sind wir also auf der Seite 90 unseres genialen Werks angekommen. Weiterlesen

Schavan: Wie sie zitieren musste – warum sie zittern muss

Gar manch hübsches Märlein und manch possierliche Schnurre haben sie uns erzählt aus grauer Urväter-Zeit, da in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen noch alles mögliche herrschte, nur eben keine Disziplin. Und das galt, so kündeten sie wie aus einem Munde, zumal in der Erziehungswissenschaft, dem Promotionsfach der Ministerin. Gebannt saßen wir zu ihren Füßen im Scheine der blakenden Funzel, lauschten staunend und ehrfurchtsvoll, wie sie von Frau Gattung, dem Hasen und der Typik und von den siebenhundertfünfunddreißig tapferen Zitierfehlerlein fabulierten. Keiner wagte es, sich zu rühren. Nur Heike zupfte manchmal versonnen am Spinnrocken.

Heute ist die Spinnstube verwaist, und Heike dreht am Rad. Dietrich Benner, Heinz-Elmar Tenorth und Ludger Honnefelder sind unerwartet unpässlich, und Wolfgang Frühwald, Weiterlesen

Heutige Voraussetzungen der Gewissensbildung bei Annette Schavan

„Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung“ lautet der Untertitel der Dissertation über „Person und Gewissen“, die Annette Schavan im Alter von 25 Jahren an der Universität Düsseldorf vorgelegt hat. Abschließend erledigt war das Thema damit aber wohl nicht. Gerade die Causa Schavan bietet reichlich Material für eine Fortsetzung der Schavan’schen Studien. Eines der vorläufigen Ergebnisse: Die Voraussetzungen für die Gewissensbildung der Person sind wohl stark wechselnd.

Im Vorwort ihrer Doktorarbeit stattet Annette Schavan ihrem Doktorvater artigen Dank ab, wie es zahllose Doktorandinnen und Doktoranden vor ihr und nach ihr getan Weiterlesen

Hausbesuch bei Humboldt-Uni-Präsi Olbertz: „Tauscht endlich diese Leuchte aus!“

Schon im Oktober 2012 haben aufmerksame Blogger darauf hingewiesen, dass namhafte Wissenschaftler, die Annette Schavan in ihrer Bedrängnis zu Hilfe kamen, mit der Ministerin eng verbunden und als Angehörige eines Interessennetzwerks befangen sind [1, 2].

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Wollen nicht in die Neonröhre gucken:
Annette Schavan und Jan-Hendrik Olbertz, Februar 2011

Es lohnt sich, diesen Faden noch einmal aufzugreifen. Denn womöglich geht es in der Causa Schavan um mehr als nur um die Frage, ob ein Plagiat immer ein Plagiat ist, oder ob es sich bei Plagiaten in Weiterlesen

MS Donaualb: Traumschiff auf Kurs

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In ausgelassener Stimmung bestiegen gestern in Ulm-Eggingen 294 wagemutige Passagiere ihr Traumschiff: Die „Donaualb“ wird in den nächsten Monaten in antarktischen Gewässern unterwegs sein, um dort die sagenumwobenen Eisbergzitate zu finden. Weiterlesen