Archiv der Kategorie: Prüfungsverfahren

Offizielle Klarstellung der Universität in wünschenswerter Deutlichkeit. Endlich mal! Leider wird man auf eine vollständige Offenlegung aller Vorgänge wohl noch sehr lange warten müssen. Hoffentlich passiert das überhaupt irgendwann …

Erbloggtes

Erübrigte sich wohl jede weitere Blog-Mäkelei an der Medienberichterstattung über das Plagiatsüberprüfungsverfahren gegen Annette Schavan dadurch, dass nun die Heinrich-Heine-Universität „die häufigsten Fragen zum aktuellen Verfahren zusammengestellt und beantwortet“ hat? Man darf gespannt sein. Manche Journalisten werden die Erläuterungen zu den weit verbreiteten, häufig interessierten Falschdarstellungen wohl staunend zur Kenntnis nehmen

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Ausgezeichnet: Blauer Engel für Philologenverband

professorunratNachdem die Universität Düsseldorf  Annette Schavan am 5. Februar den Doktortitel aberkannt hatte, regte sich erneut heftige Kritik. Jan-Hendrik Olbertz, Präsident der Berliner Humboldt-Universität, war schon zuvor als wortgewaltiger und selbstloser Verteidiger Schavans aufgefallen. Nun meldete er sich aus Südafrika zu Wort, wo er mit anderen Wissenschaftsbetriebsspitzen gerade den üblichen Reisetross der Ministerin bildete. Olbertz meinte, die Düsseldorfer Entscheidung sei „vom Verfahren her“ anzuzweifeln: „Die Bewertung der fraglichen Textpassagen hatte nicht die nötige Tiefe“. [1] Diese Bewertung des fraglichen Verfahrens schien uns vom Kap der Weiterlesen

Kurzzeitgedächtnis: Anmerkungen zur aktuellen Bayreuth-Inszenierung

meistersingerIn den Debatten um das Düsseldorfer Plagiatsverfahren gegen Ministerin Annette Schavan ist an Absurditäten kein Mangel. Zu den besonderen Merkwürdigkeiten gehört es, wie der „Fall Guttenberg“ zum Maß aller Dinge gerät und das damals in Bayreuth gewählte Vorgehen zum mustergültigen Prozedere erklärt wird, an dem sich die Düsseldorfer besser ein Beispiel genommen hätten. Diese von Faktenkenntnis weitgehend unbeschwerte Sichtweise zeigt vor allem eins: Das Kurzzeitgedächtnis vieler Kommentatoren folgt in erster Linie ihrer Meinungswillensbildung.

Die überraschende Erhebung des Bayreuther Verfahrens in den Stand der Mustergültigkeit Weiterlesen

Schavan: Wie sie zitieren musste – warum sie zittern muss

Gar manch hübsches Märlein und manch possierliche Schnurre haben sie uns erzählt aus grauer Urväter-Zeit, da in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen noch alles mögliche herrschte, nur eben keine Disziplin. Und das galt, so kündeten sie wie aus einem Munde, zumal in der Erziehungswissenschaft, dem Promotionsfach der Ministerin. Gebannt saßen wir zu ihren Füßen im Scheine der blakenden Funzel, lauschten staunend und ehrfurchtsvoll, wie sie von Frau Gattung, dem Hasen und der Typik und von den siebenhundertfünfunddreißig tapferen Zitierfehlerlein fabulierten. Keiner wagte es, sich zu rühren. Nur Heike zupfte manchmal versonnen am Spinnrocken.

Heute ist die Spinnstube verwaist, und Heike dreht am Rad. Dietrich Benner, Heinz-Elmar Tenorth und Ludger Honnefelder sind unerwartet unpässlich, und Wolfgang Frühwald, Weiterlesen

Uni gibt auf: Endlich externes Gutachten zu Schavan

Eilmeldung: Universität Düsseldorf rudert zurück – Unabhängiges Kurzgutachten zum Verfahren wird nun akzeptiert

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Nur noch einen letzten kritischen Blick wird der renommierte Rechtswissenschaftler Rüdiger Wolfrum auf sein vernichtendes Kurzgutachten über das bisherige Düsseldorfer Verfahren werfen, bevor er es der Universität vorlegt. Der international angesehene Gelehrte hat Weiterlesen

Honnefelder: „Auf gute wissenschaftliche Praxis gut achten!“

„Entwarnung für Annette Schavan“ meldete vor einigen Tagen das Nachrichtenmagazin FOCUS. Denn es gibt ein neues Gutachten, das die Ministerin von den Plagiatsvorwürfen entlastet. Erstellt wurde es von Ludger Honnefelder, und zwar „auf eigene Initiative hin“, wie es im FOCUS heißt.

honni

Schön war’s damals im Cusanuswerk:
Annette und Ludger haben schon bessere Zeiten gesehen

Bei der WELT fand man diese Formulierung wohl zu merkwürdig. Das feine Sprachgefühl der WELT-Journalisten wies sie darauf hin, dass man eigentlich nichts auf eigene Initiative „hin“ tun kann. In der WELT steht deshalb unter Berufung auf den FOCUS, Honnefelder „habe im Auftrag Schavans eine Expertise erstellt“.

Aber mit Sprachgefühl allein kann man im Journalismus keinen Blumentopf gewinnen. Die Kollegen vom FOCUS sind Weiterlesen

Causa Schavan: Das Knochenorakel

„Angesichts des Medienzirkus, den wir in den vergangenen Tagen hatten“, herrsche in der Causa Schavan im politischen Berlin „eine wirklich erstaunliche Ruhe“, fand die gut orientierte Bildungsjournalistin Lioba Werrelmann schon am 18. Oktober in einem hörenswerten Interview. Am Abend zuvor war in Düsseldorf der Promotionsausschuss zusammengetreten. Anschließend hatte Rektor Hans Michael Piper erklärt, dass die Uni ohne Zustimmung der Ministerin und ihrer Anwälte nichts mehr zum Verfahren sagen darf. Mittlerweile könnte man fast glauben, dass nicht nur die Politik, sondern auch die Medien den Fall schon abgelegt haben.

Nach den Schockwellen, die mit der Veröffentlichung des Gutachtens über die Uni hereingebrochen sind, erscheint das Düsseldorfer Prüfungsverfahren wie tiefgefroren. Weiterlesen