Verantwortung mit eigener Abfahrt

Am kommenden Sonntag spricht die Heilige Botschafterin beim Hl. Stuhl, Annette Schavan, an der Autobahn bei Baden-Baden darüber, wie man öffentlich Verantwortung übernimmt. Es handelt sich um eine gemeinsame Veranstaltung des Bildungswerks der Erzdiözese Freiburg, des Katholischen Akademikerverbandes in dieser Erzdiözese sowie der „Region Mittlerer Oberrhein/Pforzheim“. Diese gesamte Region besteht nämlich zur Gänze aus kirchlich organisiertem Katholizismus, und aus nichts sonst. Da macht es dann auch nichts, dass der Katholische Akademikerverband offenbar allenfalls noch durch Séancen kontaktiert werden kann.

Der Ankündigung zufolge betrifft der päpstliche „Aufruf zu öffentlicher Verantwortung“ nicht nur die Kirche, sondern auch „Einzelpersonen, die sich im öffentlichen Leben, in Politik, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft einbringen und die Gesellschaft mitgestalten.“ Es ist sicher davon auszugehen, dass die Einbringung der Einzelperson Schavan in Wissenschaft (1980) in ihren Ausführungen ebenso eine bedeutende Rolle spielen wird wie die Art und Weise, in der sie seit 2012 öffentlich Verantwortung für ihre Dissertation übernommen hat. Auch die Umstände ihrer Ausbringung aus Politik und der Unterbringung im komfortablen Austragshäusl zu Rom werden zweifellos zur Sprache kommen. Die Ortsgruppe Bad Säckingen des Katholischen Akademikerverbandes hat ihr vollständiges Erscheinen zugesichert. Es wird also zweifellos geistreich werden. Und auch Ihnen können wir nur raten: Verpassen Sie diese Abfahrt nicht!

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2 Antworten zu “Verantwortung mit eigener Abfahrt

  1. Ja wurde sie denn bereits zu Lebzeiten heilig gesprochen?

  2. Dr. Bernd Dammann

    Extravaganter Start von Schavans ‚Promotion-Tour‘ in das Präsidentenamt des ZdK

    Ich will es eigentlich nicht glauben. Handelt es sich hier wirklich nicht um einen verspäteten April-Scherz? Er wäre auch dann noch trefflich ausgedacht. Allerdings sagt mir meine Lebenserfahrung zugleich: eine solche kaum noch zu übertreffende Realsatire, wie sie hier in Wort und Bild widergespiegelt wird, kann eigentlich nur die Wirklichkeit selbst hervorbringen!

    Das Glamourgirl des ‚Politischen Katholizismus‘ in Deutschland hatte sich einst in der durchaus nachvollziehbaren Phase einer tiefen und andauernden Depression, die sie durchmachte, als in dem Entziehungsverfahren ihres Doktortitels schon von Anfang an alles gegen sie schief zu laufen begann, als Reaktion darauf zu einer Äußerung hinreißen lassen, die sie alsbald zutiefst bedauern mochte. Denn sie hatte damit gegen eine „ex cathedra“ von höchster Stelle, und zwar vom Pontifex höchst selbst ergangene Direktive „Aufruf zu öffentlicher Verantwortung“ verstoßen, wie sie sich und der ganzen Welt schuldbewusst und reuig hier und jetzt und überall möglichst lautstark eingestehen will. Denn sie hatte doch tatsächlich vergessen, dass sie noch dringendst gebraucht wird, wie ihr der Stellvertreter Gottes auf Erden in Rom inzwischen wohl durchaus überzeugend vermittelt zu haben scheint. Und das muss nun in alle Welt hinausposaunt werden – selbstredend zuerst und vor allem schamlos und ganz unbescheiden. wie es so ihre Art ist, in eigener Sache.

    Es ist nämlich noch gar nicht so lange her, dass sie auf die Frage der Tageszeitung ‚Die Welt‘ (26.12.2013) ganz entschieden antwortete: „Die Welt: Sie werden keine höheren Ämter mehr bekleiden? Schavan: Alles hat seine Zeit. Ich habe mich früh entschieden, dass meine Verarbeitung dieser Erfahrung nicht darin bestehen wird, wieder dahin zu wollen, woher ich komme. Die Welt: Sie waren Bundesministerin. Ministerpräsidentin waren Sie noch nicht. Schavan: Werde ich auch nicht sein. Ich öffne mich für eine neue Lebensphase. Ich kann wirken ohne Amt.“
    Ich kommentierte diese Aussage bereits Anfang 2014 wie folgt: „In der Tat, bis zur nächsten und besonders darauf zugeschnittenen Gelegenheit. Denn in Wirklichkeit scharrt sie schon mächtig mit den Hufen. (Der derzeitige Präsident des ZdK) Alois Glück (Jg. 1940) wird nicht ewig das bleiben, was er jetzt ist. Seine mögliche Nachfolgerin (Jg. 1955), von ihm selbst und bestimmten Kreisen der CSU bereits entsprechend honorig und aussichtsreich in Aussicht genommen und mit der Dt. Bischofskonferenz in allen wichtigen Grundsatzfragen schon immer auf einer Linie, will, wird und darf es bestimmt auch werden, wenn die Sterne günstig stehen.“

    Da kam der päpstliche „Aufruf zu öffentlicher Verantwortung“ doch mehr als gelegen. Getreu der rheinländisch-katholischen Devise ‚Was schert mich mein dummes Geschwätz von gestern‘ gilt es halt nun mit Unterstützung des ihr ergebenen Fußvolks und – man höre und staune – von Mitgliedern der deutschen Bischofskonferenz möglichst extravagant, aber gleichwohl fetzig die Werbetrommel für diese Botschaft nun auch in eigener Sache zu rühren, die da lautet: „Der Stellvertreter Gottes auf Erden hat auch mich davon überzeugt, wieder öffentliche Verantwortung zu übernehmen!“

    Jedenfalls steht nun fest, wenn man diesen Beitrag von Simone G. für bare Münze nehmen darf, dass mit diesem durch und durch doch nur peinlich wirkenden Event jetzt auch offiziell Schavans Kandidatur für das Präsidentenamt im ‚Zentralkomitee der deutschen Katholiken‘ eingeläutet worden ist.

    Diese ‚Promotion-Tour‘ sollte dann aber auch so, wie sie mit dieser Auftaktveranstaltung ihren Anfang genommen hat, irgendwann auch enden: an einem möglichst stillen Örtchen, und nicht auf dem nächsten, der Universitäts- und Bischofsstadt Münster von der rot-grünen Landesregierung von NRW aufoktroyierten Katholikentag.

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