Hochschulrätin Schavan möchte derzeit nicht

Das öffentliche Echo auf die Schavangewinnung des Hochschulrats der Ludwig-Maximilians-Universität München darf man getrost als suboptimal bezeichnen. Gerade noch lief es so gut für Annette Schavan – mit rauschenden 52,1% der Erststimmen war sie erneut als Abgeordnete für den Wahlkreis Ulm/Alb-Donau in den Bundestag gewählt worden [1] und fühlte sich am Tag danach „noch immer auf Wolke sieben.“ [2] Welch wunderbare Bestätigung von Person und Gewissen! Denn sie war ja mit sich im Reinen. Bei ihren Auftritten in den letzten Wochen des Wahlkampfs hatte sie dies wiederholt deutlich gemacht:

„Ich finde meine Dissertation auch nach wie vor gut“, betonte sie. Vorzuwerfen habe sie sich auch bei genauerem Nachdenken nichts. Und „ich tu denen nicht den Gefallen, daran zu zerbrechen“, betonte Schavan als Schlusssatz zu diesem Thema. [3]

Für solche Äußerungen erntete die Tapfere anhaltenden Applaus. Auch das grandiose Wahlergebnis wurde dann in Berichterstattung und Kommentaren regelmäßig mit dem Zusatz „trotz der Plagiatsvorwürfe“ versehen.

Trotz spielte wohl auch bei Schavans Entscheidung eine Rolle, sich in den Hochschulrat der LMU wählen zu lassen. Just am Tag nach der Bundestagswahl, als sie immer noch auf Wolke sieben war, wurde dieser nächste Sieg der Annette Schavan durch eine eher unauffällige Mitteilung mit nichtssagender Überschrift auf der Homepage der Universität kundgetan: „Zwei zusätzliche Mitglieder nachbestellt“. [4] Allgemein publik wurde er – nach frühen Reaktionen der Bloggerszene [5, 6] – erst durch einen Beitrag der Süddeutschen Zeitung vom 30. September. [7, vgl. dazu jetzt auch unseren Nachtrag vom 3.10.2013] Seither scheint es, als habe sie überzogen, als habe sie nun eine Stimmung gegen sich. Die schönen positiven Meldungen und Kommentare zum Wahlergebnis, die ja gut und gerne noch länger hätten nachwirken können, wurden verdrängt durch Berichte über einen Vorgang, der offenbar ganz überwiegend als ungehörig empfunden wird. Unverhohlen und heftig äußert sich dieses Empfinden in einer Flut von Wortmeldungen in den Online-Foren und auf Twitter. [8] „Falsches Signal“, findet etwa „divan49“ in einem Kommentar zum Schavan-Bericht im Tagesspiegel:

Das ist ähnlich instinktlos wie Merkels Bemerkung in der „causa Guttenberg“, sie habe ja keine wissenschaftliche Hilfskraft eingstellt, sondern einen Politiker für ein Amt. Wie soll der akademische Nachwuchs zu einem korrektn wissenschaftlichen Verhalten angehalten werden, wenn sich Verfehlungen geradezu bezahlt machen??? [9]

Im Münchner Merkur meldet sich „Gruensticht“ besonnen und doch entsetzt zu Wort:

Wenn Frau Schavan der UNI München weiterhelfen kann, ist dies auch ohne Dr.-Titel in Ordnung. Das öffentliche Signal ist jedoch verheerend. [10]

Auf Twitter meldet „Fabian“ aus München ein Problem:

„Ranaipiri123“ schreibt im Leserforum der Süddeutschen Zeitung:

Unglaublich. Das geht doch einfach nicht! Man hätte doch mindestens das Gerichtsurteil abwarten müssen. Jeder, der ehrlich promoviert wird hier eines besseren belehrt!! Ich kann es einfach nicht fassen und schäme mich für meine Universität!! [11]

Und so weiter. – Für Schavan dürfte freilich eher von Bedeutung sein, dass dieses Empfinden auch in der Berichterstattung und den bestenfalls verhaltenen Kommentaren der Medien durchscheint – und zwar auch in solchen Medien, die ihr bisher jede Unterstützung angedeihen ließen. „Das passt nicht zusammen“, befindet der FOCUS knapp über die ehemalige Wissenschaftsministerin, der ihre Universität den Doktorgrad entzogen hat, und die Funktion einer Hochschulrätin. [12] Schlimmer kommt es für Schavan ausgerechnet in der WELT. „Blonder Ehrgeiz“ ist deren aktuelle Kopfnoten-Rubrik überschrieben, und das zielt auf die in diesem speziellen Organ bisher so verehrte und bedingungslos gestützte Ex-Ministerin:

Als sie noch blond war und schon ehrgeizig, schrieb sie ihre Dissertation. Jahrzehnte später hatte ihre Universität in Düsseldorf Zweifel an der Redlichkeit der Arbeit, erkannte den Doktortitel ab, und Annette Schavan trat als Bundesbildungsministerin zurück. Schavan klagt gegen die Düsseldorfer Uni. Und ist nun in den Hochschulrat der Universität München gewählt worden. Einstimmig. Ein Trost? Vielleicht. Aber ist das klug? [12]

Dafür gibt es im Hause Springer die Note „3“, und das ist im Allgemeinen schon ziemlich schlecht, für eine Annette Schavan in diesem Moment der akademischen Erhöhung aber niederschmetternd.

Doch am schlimmsten ist die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Das Blatt, in dem monatelang Heike Schmoll geradezu persönlich eifernd für die Unantastbarkeit der Annette Schavan stritt, bietet nun Raum für heftigste Kritik an der Wahl der neuen Hochschulrätin und lässt es zu, dass bei dieser Gelegenheit von einem Wissenschaftler sehr wenig schmeichelhafte Dinge über die wissenschaftliche Dignität der ehemaligen Ministerin, über ihr Verhältnis zur Wissenschaft und über ihren Anspruch auf einen Platz unter dem Dach der Wissenschaft gesagt werden. Der Bamberger Althistoriker Hartwin Brandt erinnert zunächst noch einnmal daran, wie Schavan bei laufendem Plagiatsverfahren ihre erneute Kandidatur für den Bundestag anmeldete und dabei zugleich verlauten ließ, weiterhin Wissenschaftsministerin sein zu wollen – auch nach 2013, weil sie es der Wissenschaft schuldig sei:

Schon da fragte sich der staunende Wissenschaftler: Ist er selbst gemeint? Nein, das konnte doch wohl nicht sein, denn ihm ist Frau Schavan zwar in der Tat vieles schuldig geblieben, zum Beispiel eine vernünftige Haltung in der Bologna-Reform, aber gewiss schuldete sie ihm nicht den Verbleib in Parlament und Amt.
[FAZ, 2.10.2013, bislang nicht online]

Vielleicht, so mutmaßt Brandt, war sie es ja Christoph Markschies schuldig, weiter im Amt zu verharren. Der Berliner Theologe und eifrige „Schavan-Anhänger“

verstieg sich damals […] zu erstaunlichen Äußerungen: Er habe Schavans Arbeit gelesen, sie habe offensichtliche Mängel, was ihm offenbar nicht viel ausmachte, doch das reiche nicht zur Aberkennung des Doktortitels, denn, so Markschies: „Wenn die Universität Düsseldorf in diesem Verfahren den Titel entzieht, dann müsste sie sicher noch vielen anderen Personen den Doktorgrad entziehen.“

Von der gleichen „saloppen Einschätzung“ sieht Brandt die Münchner Entscheidung getragen, Schavan in den Hochschulrat zu wählen. Die frohe Bekundung des LMU-Präsidenten Bernd Huber, dass die neuen Hochschulratsmitglieder „sowohl aus wissenschaftspolitischer als auch fachwissenschaftlicher Perspektive eine wichtige Bereicherung“ seien, [4] veranlasst ihn zu der sarkastischen Nachfrage:

Soll Frau Schavan künftig die LMU bei (hoffentlich nicht) auftretenden Plagiatsfällen sachkundig beraten? Oder soll sie mit ihrer – unabhängig vom juristischen Ausgang des Verfahrens um die von der Universität Düsseldorf verhängte Aberkennung ihres Doktortitels – eindeutig nachgewiesenen geringen wissenschaftlichen Qualität ihrer erziehungswissenschaftlichen Dissertation den an der LMU vertretenen pädagogischen Disziplinen fachwissenschaftliche Unterstützung, gar Bereicherung bieten?

Und schließlich sei es ein in der deutschen Wissenschaftslandschaft wohl einmaliger Vorgang, dass die LMU die „akribisch begründete Entscheidung“ der Düsseldorfer Fakultät „in dieser ostentativen Weise unterläuft“:

Nennen wir es Instinktlosigkeit? Oder vielleicht nicht eher Chuzpe?

Auch an der Ludwig-Maximilians-Universität haben sich erste kritische Stimmen zu Wort gemeldet. Christoph Neumann, Vorstand des Instituts für den Nahen und Mittleren Osten, hält es für „völlig daneben, eine solche Berufung vorzunehmen“:

„Sie ist hoch fähig und kann vieles“, sagt Neumann. Aber wenn jemand unter einem solchen Verdacht stehe, „ist es ungeschickt und falsch, eine Person in eine solche Position zu befördern“.
[Süddeutsche Zeitung, 2.10.2013, bislang nicht online]

Ähnlich argumentiert der Informatiker François Bry: Schavan sitze auf einem Schleudersitz. Wenn sie vor Gericht gegen die Düsseldorfer Fakultät unterliege, sei sie nicht zu halten. Bry hat inzwischen für die neue Hochschulrätin eine besondere Begrüßung online gestellt, deren Doppelbödigkeit spätestens in dieser Passage deutlich wird:

Sie fragen sich sicherlich, wieso die Universität München Sie in ihrem Hochschulrat noch vor dem Urteil des Verwaltungsgerichtes Düsseldorf über Ihrer Anfechtungsklage (zum Entzug Ihres Doktortitels) aufgenommen hat. Das fragen sich viele innerhalb und außerhalb der Universität München. Sie haben sicherlich schwerem Herzens wahrgenommen, dass niemand unter den Personen, die Sie für eine Mitgliedschaft in unseren Hochschulrat vorgeschlagen oder ausgewählt haben, Ihre wissenschaftliche Integrität öffentlich verteidigt haben. Damit haben Sie von Anfang an Ihrer Tätigkeit bei uns einen zwischenmenschlichen Umgang kennengelernt, der auch an unserer Universität verbreitet ist: Kälte als Sachlichkeit verkleidet. [13]

Indem er am Ende seiner Willkommenswünsche dann einem eigentlich nicht gut wünschbaren Wunsch Ausdruck gibt, macht Bry das Dilemma vollends deutlich, in das seine Universität durch den Beschluss ihres Senats gestürzt worden ist:

Und wenn Sie schon bei uns sind, dann wünsche ich mir auch, dass Sie noch bei uns bleiben, sollte Ihnen der Doktortitel aberkannt bleiben. Anderes wäre ja einer Universität unwürdig. [13]

Ja, in der Tat: Sollte der Doktortitel aberkannt bleiben, dann wird man in München die Sache womöglich noch einmal überdenken wollen. Das wird dann in etwa so angenehm sein und so viel Handlungsspielraum eröffnen wie das Überdenken der Schavan verliehenen Honorarprofessur an der FU Berlin. Doch wie sagte LMU-Präsident Huber zur Frage, ob die Glaubwürdigkeit seiner Universität nun vielleicht leiden könne, etwa bei künftigen Plagiatsfällen?

„Das Leben hat so viele Risiken und so viele Fragen“, das sei jetzt kein Thema. [7]

Auch der Vorsitzende des Akademischen Senats, Martin Hose, sieht „vorläufig kein Problem“. [7] Und vorläufig ist in diesem unserem Leben, so voller Risiken und voller Fragen, schließlich ja so gut wie alles.

Die erste Sitzung des Hochschulrats der LMU in seiner neuen Zusammensetzung ist jedenfalls vorläufig für den 24. Oktober 2013 anberaumt. Es wird sicher sehr würdig werden und überhaupt sehr erfreulich für Annette Schavan. Nett ist beispielsweise, dass ja Helmut Schwarz schon Mitglied des Münchner Hochschulrats ist: Der Präsident der Humboldt-Stiftung, der ihr stets heftig engagiert zur Seite stand in schwerer Zeit, auch auf ihrer letzten Dienstreise nach Südafrika damals. Und wenn es die Terminlage so fügt, dass sich die Ereignisse überschneiden, wird sich ja vielleicht eine Direktübertragung aus dem Verwaltungsgericht Düsseldorf nach München einrichten lassen. Denn das wäre in dieser Runde ja vielleicht dann doch von gewissem Interesse.

Vorläufig sieht man in Präsidium und Senat der LMU jedenfalls keine Notwendigkeit, auf der Angelegenheit Hochschulrätin Schavan weiter öffentlich herumzureiten. Außerdem lässt Frau Schavan erklären, dass sie vorläufig über das ihr zuteil gewordene neue Ehrenamt kein Gespräch zu führen wünscht.

Nachtrag vom 3. Oktober 2013

Im Münchner Lokalteil der Süddeutschen Zeitung vom 30. September wird der Bericht über die Berufung Schavans in den Hochschulrat der LMU durch eine Glosse ergänzt, gleichfalls von Sebastian Krass verfasst. Sie ist online leider nur über einen Bezahldienst abrufbar, [14] findet sich jetzt aber fast vollständig zitiert in einem Beitrag von Jürgen vom Scheidt in den SciLogs. [15]

Die Glosse trägt den Titel „Falsches Signal“ und lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. „Inhaltlich“ sei Schavan für die Universität ja „ganz eindeutig ein Gewinn“. Doch unter dem Vorzeichen des „nach ausgiebiger Prüfung“ aberkannten Doktorgrades und der noch anhängigen Klage Schavans vor Gericht sei sie „im Moment nicht tragbar für Positionen im deutschen Hochschulbetrieb“, meint Krass:

Wenn sie gewinnt, steht ihr die volle Rehabilitierung zu. Aber bis dahin ist Schavans Glaubwürdigkeit erschüttert. Dass der LMU-Präsident Huber darauf keine Rücksicht nimmt, ist ein schwerer Fehler. Und die Mitglieder des Senats machen sich mitverantwortlich, indem sie dessen Vorstoß einstimmig abnicken. Mit seinem Handeln schadet Huber dem Renommee der – nach den Ergebnissen der Exzellenzinitiative – besten deutschen Universität. Und wie sollen Professoren der LMU sich eigentlich künftig in Plagiatsfällen verhalten, wenn der Uni-Chef so nonchalant mit diesem derzeit sensibelsten Thema des wissenschaftlichen Betriebs umgeht? Zugleich brüskiert Huber mit der Personalie Schavan all die jungen Wissenschaftler, die an der LMU unter teils prekären Arbeitsverhältnissen darum ringen, eine Dissertation oder Habilitation von höchster Güte zu schreiben.Und was ist eigentlich, wenn Schavan vor Gericht verliert? Dann wird es nicht nur für Schavan peinlich, sondern auch für die LMU. [15]

Jürgen vom Scheidt bemerkt zu diesem vorerst letzten Kapitel der traurigen Posse um die ehemalige Wissenschaftsministerin:

Es ist unglaublich, wie diese Frau die Universität als Institution ein weiteres Mal massiv beschädigt. Konnte man ihr die problematische Dissertation noch als Jugendsünde durchgehen lassen – so handelt sie jetzt vorsätzlich. Das wiegt in meinen Augen wesentlich mehr. Aber nicht nur sie – auch der Präsident der LMU, seine Beiräte und und und – alle scheinen nicht zu kapieren, was sie da für Porzellan zerdeppern.  [15]

So scheint es zu sein. Und wenn man sich die Liste der in Präsidium, Senat und Hochschulrat beteiligten Personen näher ansieht – denn der Hochschulrat wird ja im Vorfeld sicherlich ebenfalls einbezogen worden sein – und dann noch das bayerische Wissenschaftsministerium unter dem scheidenden Minister Wolfgang Heubisch (FDP) berücksichtigt, dann ist das Große Zerdeppern von München schon eine sehr beachtliche Gemeinschaftsleistung, wie sie nur eine echte Elite im Zustand fortwährender Exzellenz vollbringen kann.

10 Antworten zu “Hochschulrätin Schavan möchte derzeit nicht

  1. In der Randzone findet sich jetzt ein Auszug aus einem Protestschreiben von Mitarbeitern der LMU:

    „Am Anfang der Woche hat die LMU bekannt gegeben, daß die ehemalige Forschungsministerin Annette Schavan als neues Mitglied des LMU-Hochschulrates berufen wurde. Im Zentralen Entscheidungsgremium der Universität, welches u.a. den Präsidenten wählt, sitzt damit nun eine Person, der erst vor wenigen Monaten von der Universität Düsseldorf offiziell der Doktortitel entzogen wurde, denn sie habe in ihrer Doktorarbeit “systematisch und vorsätzlich gedankliche Leistungen vorgetäuscht, die sie nicht selbst erbracht” habe, so die Begründung des zuständigen Fakultätsrats. Aus diesem Grund mußte Frau Schavan auch von ihrem Amt als Forschungsministerin zurücktreten.

    Im Gegensatz zum LMU-Präsidenten Bernd Huber, der die Berufung von Frau Schavan als eine “Bereicherung” bezeichnet, hat diese Entscheidung unter den wissenschaftlichen Mitarbeitern der LMU zu breitem Entsetzen geführt. Es stößt auf allgemeines Unverständnis, daß eine Universität, die sich mit dem Exzellenzstatus schmückt, durch die Berufung einer wissenschaftlich dermaßen diskreditierten Person in ihr höchstes Gremium den eigenen Ruf im In- und Ausland aufs Spiel setzt und gleichzeitig ihre Mitarbeiter und Studierenden brüskiert. (…)“

    Leider wird nicht mitgeteilt, wer dieses Schreiben verfasst hat, an wen es gerichtet ist, ob es an der LMU derzeit zur Sammlung von Unterschriften in Umlauf ist oder schon abgesandt oder übergeben wurde. Als eine Veröffentlichung lässt sich das auszugsweise Zitat durch einen Gastautor in der „Randzone“ jedenfalls nicht betrachten. Die Authentizität lässt sich vorerst nicht überprüfen. Der Wortlaut spricht allerdings nicht gegen die Echtheit.

  2. Ich finde es ermutigend, dass sich Journalisten und Wissenschaftler skeptisch bis ablehnend zur Berufung Schavans in den Hochschulrat der LMU äußern. Offensichtlich haben noch nicht alle ihr Urteilsvermögen und ihren Mut verloren; einige haben keine Angst, ihrer Karriere, ihrem Institut oder ihrem Forschungsprojekt zu schaden, wenn sie frei ihre Meinung in der Causa Schavan äußern.

    Ich habe allerdings Zweifel, ob Schavan ihrer Aufgaben im Hochschulbereich entbunden werden wird, wenn sie gerichtlich unterliegen sollte. Auf alle Fälle wird es dann spannend, wie sich FU Berlin und LMU aus der Affäre ziehen wollen.

  3. Pingback: Hochschulrätin Schavan möchte derzeit nicht | Erbloggtes

  4. “ich tu denen nicht den Gefallen, daran zu zerbrechen”
    Schavan trotzt ihren Feinden? Sprache ist zuweilen recht entlarvend.

  5. Ein sehr einfaches Menschenbild, das die Sprache Schavans hier zeichnet. Und wenn die Welt voll Teufel wär … hoppla, falsche Gruppierung. Die Frau hat Wissenschaft bislang allenfalls als Machtmittel zu instrumentalisieren versucht; dass es gar nicht um das Zerbrechen eines Menschen geht, kommt einer Person offensichtlich nicht in den Sinn, die selbst nur in derartigen Kategorien zu denken scheint: sie muss Gegner zerbrechen, damit sie nicht zerbrochen wird. Immerhin scheint die Causa Schavan diesbezüglich viel mehr Innenansicht offen zu legen, als es beim größten Plagiator aller Zeiten zu beobachten war. Ob Schavan das überhaupt begreift?

  6. In einem weiteren Beitrag hat François Bry jetzt seine Position nochmals verdeutlicht.

  7. Anzumerken ist noch, dass „elite“ eine Marke des Kaufhofs ist. Ein Schelm, wer sich angesichts der Exzellenz-Posse der LMU dabei seinen Teil denkt.

  8. Wie verkorkst ist denn eigentlich der ganze Wissenschaftsbetrieb in Deutschland, wo aus meiner Sicht nicht allein Wissenschaft und redliche wissenschaftliche Arbeit zählen, sondern der Filz in Hochschulgremien und das gegenseitige „einen Gefallen tun“ unter den führenden Köpfen im Bereich der Wissenschaftsfunktionäre. Also, ich bin schon mal auf dem Weg an eine ausländische Uni in einem Land, wo vielleicht die Strukrturen nicht so „demokratisch“ sind, sich aber die organisierte Verantwortungslosigkeit in all ihrer Dekadenz noch nicht so breit gemacht hat. Wie gut, dass ich hierzulande eben nur ein kleines Licht und sogar ein Niemand wäre….

  9. Wurde Schavan ohne Wahl in den Hochschulrat geholt?

    François Bry teilt in seinem Blog jetzt Erstaunliches mit. Er zitiert ein namentlich nicht genanntes Senatsmitglied mit folgender Aussage über die angeblich einstimmige Wahl der Hochschulrätin Schavan durch den Senat:

    “Der Senat hat diese Entscheidung der Universitätsleitung zur Kenntnis genommen,” hat mir ein Senat-Mitglied gesagt, “der Senat hat aber die Aufnahme von Frau Anette Schavan in den Hochschulrat deswegen nicht einstimmig bestätigt, weil zu dieser Aufnahme keine Wahl stattgefunden hat.”

    Wenn sich das bestätigen sollte, dann … ja, dann ist die Geschichte eigentlich auch nicht ungeheuerlicher, als sie jetzt schon ist. Nur in sich irgendwie abgerundet.

  10. Pingback: Putsch an der Ludwig-Maximilians-Universität München? Neue Regierungsform “Jubeldemokratie” | Erbloggtes

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