Dem Plagiatsjäger auf der Spur: Der wahre Name des „Robert Schmidt“

Alle rätseln, wer sich hinter „Robert Schmidt“ verbirgt. Ein „Allerweltspseudonym“ habe sich der Plagiatsjäger zugelegt, meint der Tagesspiegel. Das weise darauf hin, dass sich der Geheimnisvolle als Anwalt des einfachen Bürgers sehe. [1] An Mutmaßungen ist kein Mangel. Gesichert scheint zumindest die Identität des Pseudonymus mit einem anderen Pseudonymus zu sein: Mit dem VroniPlag Wiki-Akteur „hotznplotz“.

„Hotznplotz ohne e?“ fragt die WELT. [2] Ja, tatsächlich ohne „e“. Die Geschichte vom Räuber Hotzenplotz, der aus dem Unterholz in das Idyll des Kasperl’schen Gartens einbricht und Großmutters Kaffeemühle entwendet, würde die WELT gern psychologisch aufschlussreich finden. Und was ergibt sich aus dem bedeutungsvoll fehlenden „e“ im Räubernamen? Leider nicht viel:

Beim Namen Hotznplotz fehlt das e, weil der korrekte Spitzname bereits vergeben war. [2]

Das kann „Robert Schmidt“ vielleicht der WELT erzählen, aber doch nicht uns.

absatz

Den wahren Namen des „Robert Schmidt“ können auch wir nicht enthüllen, aber an die Geschichte vom „Allerweltspseudonym“ haben wir keine Sekunde geglaubt. Tatsächlich birgt das Pseudonym sehr wohl eine besondere Anspielung, an der sich dann wiederum weiter herumdeuteln ließe.

  • Auf die Spur gebracht hat uns eine berüchtigte Lücke, bei der jedoch namentlich gerade dies nicht fehlt.
  • Und in welche Ecke haben wir neulich diesen Schmöker geschmissen, dessen Untertitel – huch, wie originell!

Ja, das müsste als Hinweis erst mal reichen. Ist doch kinderleicht.

Nachtrag, 9. August 2013:
Nein, offenbar reicht das noch nicht. Eure Verzweiflungsschreie lassen uns zwar völlig ungerührt, aber mit dem ehrverletzenden Vorwurf, dass das alles hier doch überhaupt nichts zu bedeuten habe und es gar keine Spur gebe, können wir uns nicht abfinden. Deshalb ausnahmsweise noch ein Nachhinweis:

  • Man muss sich nicht immer ein E für ein E vormachen lassen. Und kann auch mal ein Register ziehen.

So – noch pipileichter geht ja gar nicht. Jetzt beteiligt Euch aber auch gefälligst an der Plagiatsjägerjägerumfrage.

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7 Antworten zu “Dem Plagiatsjäger auf der Spur: Der wahre Name des „Robert Schmidt“

  1. Siehe dazu: Erla Maria Ammerer: Der Räuber Hotzenplotz und die psychischen Strukturen. In: Sylvia Zwettler-Otte (Hrsg.): Kinderbuch-Klassiker psychoanalytisch. Von Robinson bis Hotzenplotz, München u.a. 1994, S. 27ff.

    Eine erweiterte Ausgabe erschien 2002 unter dem Titel „Von Robinson bis Harry Potter. Kinderbuch-Klassiker psychoanalytisch“.

    • Es steigert sich: Der üble Zechkumpan des Gesuchten hat damals Ammer verwurstet. Jetzt nimmt sich Ammerer den Hotzenplotz vor.

      • Ich sehe gerade, dass Herr Schartner das Rätsel gelöst hat und nur aus Bescheidenheit die Auflösung nicht mitteilt.

        Gratulation und Anerkennung!

        Die anderen: Weitermachen!

  2. [http://www.welt.de/politik/deutschland/article12685271/CSU-Chef-Seehofer-droht-Lammert-und-Schavan.html]

    „Die Vorgehensweise von Lammert und Schavan werde daher auch ein Nachspiel haben. ‚[…] ich habe mir das auf Wiedervorlage gelegt‘, […]“

    Tja 😉

  3. So, wie die allermeisten Journalistinnen und Journalisten durch den Buchstabensalat staksen, halten die auch Alfred E. Neumann für ein Allerwelts-Pseudonym. Köstlich.

  4. Pingback: Wer ist Robert Schmidt? Und wofür ist das relevant? | Erbloggtes

  5. Pingback: Das Jahr nach Schavans Rücktritt | Erbloggtes

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