Teuflische Strategie gegen Schavan aufgedeckt

Die Süddeutsche Zeitung tut offenbar das, was Zeitungen tun sollten: Sie recherchiert ein wenig. Vielleicht fragt sie auch nur beim Tagesspiegel nach. Jedenfalls findet sie etwas, nämlich eine Publikation von 1978. Die ist zwar inzwischen wohl selten, vielleicht wirklich nur noch an einer Stelle vorhanden. Aber sie ist nicht geheim, sie ist nicht unter Verschluss, sie war offenbar immer frei zugänglich. Jetzt kann man in der Süddeutschen in ihr lesen.

Was man da liest, ist wohl nicht so gut für Annette Schavan.

Heike Schmoll von der FAZ hat nun in der Tatsache, dass diese nicht geheime, nicht unter Verschluss gehaltene, immer frei zugänglich gewesene Publikation „wenige Tage vor der entscheidenden Sitzung des Fakultätsrats plötzlich an eine Redaktion“ gelangt ist, den Beweis für eine Strategie der Universität gefunden. Schmoll tut uns den Gefallen, diese Strategie noch einmal in ihren einzelnen Schritten zu rekapitulieren, auf dass auch wir begreifen mögen: Vom verheerenden Gutachten, das den Medien zugespielt wurde, bis zur bevorstehenden Aberkennung des Titels – alles ein abgekartetes Spiel.

Mit diesem Beitrag hat sich Heike Schmoll endgültig einen Platz im Knallhalla des Qualitätsjournalismus erschrieben.

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8 Antworten zu “Teuflische Strategie gegen Schavan aufgedeckt

  1. Naja, habt doch Erbarmen mit der armen Schmiereuse. Ihr bleibt am Ende doch nur, zu schmollen. Für sie war es ein Spiel, eine Wette, und am Ende verlor sie auf Annette. Hinter der FAZ war noch nie ein kluger Kopf, denn ein echter muss es sich nicht von der Werbung suggerieren lassen und möchte auch nicht einmal in den Verdacht der Suggestion kommen. Also lugen eben hinter der FAZ nur die nackten Schädel gekaufter Schurrnalissten hervor. Und gekaufte Claqueure für das Fratzenbuch.

  2. Dazu ein kleiner Hinweis: Ihr macht hier wirklich gute Arbeit, diskreditiert euch aber fast automatisch durch eine bestimmte Wortwahl. Die sachliche Kritik an Frau Schmoll kommt besser, wenn man sie nicht direkt als „Schmiereuse“ im „Knallhalla“ bezeichnet. Dann kann man euch nicht einfach so schnell als wilde Internetspinner mit Geifer vor dem Maul abtun 😉

    • Danke für den besorgten Hinweis. Tatsächlich sollte man lieber andere geifern lassen, und auf das Persönliche zielende Angriffe sind verboten. Deshalb werden hier gewisse Kommentare (gerade zu Heike Schmoll) auch nicht veröffentlicht, und das bleibt auch so. Und deshalb war mir auch ein Beitrag gegen gewisse Ausfälligkeiten an anderer Stelle wichtig.

      Aber Heike Schmoll … das geht nun schon seit Monaten so. Einige ihrer Beiträge zur Causa Schavan sind hier ja besprochen worden, beileibe nicht alle. Man muss sich diese Texte mal neben einander legen. Erschreckende Dokumente einer – professionellen Dekomposition? Wie ist es möglich, dass eine nicht ganz unwichtige Zeitung so etwas zulässt? Ist das noch die FAZ, oder immer dann, wenn Schmoll in Sachen Schavan schreibt, schon ein Hetzblatt zur besonderen Verfügung? Unbegreiflich. Das jüngste Stück, die große Verschwörungsstory wg. eines absolut banalen Heftchens, über das übrigens Tage vorher schon der Tagesspiegel und die WELT berichtet hatten, das ist dann endgültig aus dem Tollhaus.

      Und genau damit, nämlich mit ihrer öffentlichkeitswirksamen Arbeit, hat sie sich dann auch besagten Platz erworben. Es geht um ihre Arbeit. Nicht um sie als Person. Sie hat monatelang hart dafür geschuftet, wahrhaftig mehr als genug geleistet dafür. Jetzt ist sie da. Knallhalla. Doch, ich find’s gut so.

      Für „gekauft“ halte ich Schmoll übrigens nicht. Solchen Furor kann man sich nicht kaufen.

      • Das „Heftchen“ war übrigens spätestens seit dem 25.01.2013 bekannt, als die Rheinische Post titelte „Fall Schavan – Uni beruft sich auf Zitiervorgaben von 1979“.[1] Dort wird das „Heftchen“ übrigens ausschließlich als „Leitfaden“ bezeichnet. Ich bin gespannt, wann der Qualitätspresse dieses Wort über die Lippen kommt. Außer der RP hat das nämlich noch kein Journalist benutzt. Selbst im Tagesspiegel kommt es nur allgemein im Plural und in indirekter Rede vor: „Der Jura-Professor Gärditz verweist darauf, dass es akademische Standards guter wissenschaftlicher Praxis gibt, die in Leitfäden für Studierende, in der tradierten Fachkultur oder in Erklärungen von Wissenschaftsorganisationen formuliert sind.“[2]

  3. Pingback: Suchmaschinen suchen Schavan sonstwo | Erbloggtes

  4. „Gekauft“ sei hier auch nicht in dem einen einzigen Sinn zu sehen, dass ein einzelner Schreibauftrag direkt zuweisbar monetär beglichen wird. Wie bereits in den bisherigen Beiträgen analysiert, wird hier mit einer anderen Währung bezahlt: der gefühlten Nähe zur Elite und dem für Schmoll lebenswichtigen Nachrichtenfluss. Und im Gegenzug bei Nichterfüllung der Erwartungen droht eben Ausschluß aus dem Netzwerk, was in der Folge aber bedeutet, dass Schmoll deutlich im Wert verliert, da sie nicht mehr die gewünschte Manipulation der öffentlichen Meinung in Verbindung mit der Krawallführerschaft im Segment der gefühlten Bildungsbürger erbringt.

    Und ja, Schmoll steckt hier auch ganz schön Herzblut hinein. Die Verortung nach Knallhalla hat sie sich auch aus meiner Sicht zu Recht verdient, da sie sich einem wissenschaftlichen Diskurs vollständig verschließt. Das ist umso übler, als sie sich durch ihre Artikel anmaßt, einer geübten Wissenschaftsgesellschaft besserwisserisch im wahrsten Sinne des Wortes vorschreiben zu müssen, was richtige Wissenschaft ist. Das kann sie als Anfängerfehler ja auch gerne tun, nachdem sie aber auf die logischen, wissenschaftlich sauber aufzeigbaren Fehler in ihrem Vorgehen freundlich hingewiesen wird, bleibt in ihren Fall wohl nur das Fazit, dass sie in der Tat ein großes Interesse hat, falsche Aussagen (Schmierereien) als öffentliche Meinung zu installieren.

    Das Argument, dass Analyse und Kommentare als Ausfluss geifernder Internetspinner abgetan wird, ist durchaus richtig, aber auch beliebig als Keule verwendbar, um jegliche Kritik und Ironie zu unterdrücken. Denn irgendeinem oder einer passt es immer nicht und es kommt prompt dieses Argument, nun aber in ein Totschlagsargument verwandelt. Wenn man es nur lang genug treibt, sind wir wieder in einer sprachlichen Enge, die der des kirchlichen Mittelalters oder eines Dritten Reichs in nichts nachsteht.

  5. Danke für die erfrischenden Kommentare zu Frau Schmolls Wirken. Am Besten finde ich, dass mittlerweile völlig untergeht, dass Frau Schavan das Verfahren selbst miteingeleitet hat, denn sie bat, so die damalige Berichterstattung, um ein solches Verfahren. Es wird versucht, den (die Uni) zu diskreditieren, den man gebeten hat, sich von den anonymen Vorwürfen aus dem Internet reinzuwaschen… Wenn die Uni gegen Schavan entscheidet, bin ich gespannt, welche Geschütze gegen das Verwaltungsgericht aufgefahren werden, das dann Frau Schavan von den Vorwürfen der Uni reinwaschen soll…

  6. „Knallhalla“ finde ich ganz und gar recht. Und obendrein köstlich.

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