Präsident und Nichtwissen. Teil 3: Voraussetzungen und Erfordernisse heutiger Honorarprofessuren

Für theologische Wissenschaft wird man das Sammelsurium an kirchen- und parteipolitischen Denk- und Programmschriften, Traktaten zur Erbauung und Besinnung sowie persönlichen Glaubensbezeugungen aus der Feder von Annette Schavan am ehesten dann halten können, wenn man sich danach richtet, was etwa der Don Bosco Verlag als “Wissenschaftliche Theologie” unter die Leute bringt. Als es 2008 darum ging, der Ministerin zur Honorarprofessur zu verhelfen, waren jedoch nicht alle Mitglieder des Akademischen Senats der FU Berlin sogleich bereit, ihrem Präsidenten Dieter Lenzen hierin zu folgen. Weiterlesen

Präsident und Nichtwissen. Teil 2: Notorietät oder die zwei Körper der Ministerin

Erhaben war die Stimmung, und sehr gesittet ging es zu, als Annette Schavan an der FU Berlin ihren Vortrag hielt. Das Thema: “Gottesbezug als Freiheitsimpuls”. Studentisches Publikum, an einer Universität bei solcher Gelegenheit ja eher störend, hatte man der Ministerin gar nicht erst zumuten wollen, und so verteilte sich an diesem 4. Mai 2011 vorwiegend feinbetuchte Grauköpfigkeit im Saale. Soeben hatte FU-Präsident Peter-André Alt seine einleitenden Artigkeiten glücklich zu Ende gebracht, und Schavan hatte das Rednerpult schon fast erreicht, als es zu einer Weiterlesen

Präsident und Nichtwissen. Teil 1: Lenzen oder die Peinlichkeit des zivilisierten Menschen

Es war ein feierlicher Moment: Am 16. Februar 2009 wurde der damaligen Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, durch den damaligen Präsidenten der Freien Universität Berlin, Dieter Lenzen, die Urkunde über ihre Ernennung zur Honorarprofessorin im Fach Katholische Theologie überreicht. Stolz war die Ausgezeichnete und ließ den Professorentitel sogleich auf die Internetseite ihres Ministeriums setzen. Stolz war auch die Universität, die sich mit solcher Prominenz schmücken durfte.

Heute redet man in Präsidium und Akademischem Senat der FU Berlin von diesem Mitglied Weiterlesen

Ein Jahr Causa Schavan

Anfang Mai 2012 informierte der Anonymus “Robert Schmidt” die Medien über seine Plagiatsdokumentation schavanplag zur Doktorarbeit von Annette Schavan. Bald darauf begann das Prüfverfahren der Universität Düsseldorf, das schließlich am 5. Februar 2013 zur Aberkennung des Doktorgrades und wenige Tage später zum Rücktritt der Ministerin führte. Zeit für etwas Kuchen und für ein paar Kleinigkeiten zum Auswickeln.

Mein und Dein

Katastrophale Folgen entstehen, wenn die Legierung der beiden Triebanteile zerfällt, wenn sie sich Weiterlesen

Kleinfundstück des Tages: Weiche Welle (deutsche Version)

Man kann’s für eine Petitesse halten, und unmittelbar aktuelle Bedeutung hat unser Zufallsfundstückchen heute auch schon längst nicht mehr. Man kann es aber auch bezeichnend finden für allerlei Zustände über den aktuellen Zusammenhang hinaus. Wobei sich nebenher der Eindruck einstellt, dass es nicht zuletzt Journalisten sein könnten, die an solchen Zuständen leiden und deswegen Zustände kriegen. Weiterlesen

Fortgesetzte Beziehungskiste: Wie sich Klaus Graf zur unterlassenen Unterlassungserklärung erklärt

Jetzt hat es nochmal heftig im Karton gekracht: Der Versuch der FAZ, den Blogger Klaus Graf in Sachen Schavan mundtot zu machen, ist wohl endgültig in die Hose gegangen. Aber sowas von!

Das Justitiariat der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hatte Weiterlesen

Mit der Theologie (k)ein Staat zu machen

rebloggt von Erbloggtes:

Erträgliches kann man es ja wohl nicht mehr nennen, was im Nachklapp der Schavan-Affäre so verbreitet wird. Von Abmahnungen über religiöse Vermächtnisse bis hin zu Auszeichnungen, und heute geht es um letztere. Denn Annette Schavan hat am 19. März 2013 den Abraham-Geiger-Preis des Abraham-Geiger-Kollegs Potsdam in Empfang genommen.

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Annette Schavan hat in Potsdam den Abraham-Geiger-Preis bekommen, und Erbloggtes liest uns vor, was auf dem Preisschild steht. Gegen eine millionenschwere Förderung jüdischer Theologie kann doch niemand etwas haben. Auch der brandenburgische Landtag nicht. Und dass dadurch im Lande Brandenburg ganz nebenher auch der Weg für eine christliche Theologie an der Universität frei gemacht wird - ooops! das haben die "Theologin" Schavan und ihre Freunderln sicher erst hinterher gemerkt. Na, dann kann Weihnachten ja kommen.

Beziehungskiste, oder: Was der Blogger Klaus Graf in Sachen Schavan unterlassen soll

Erstaunliches und sehr unerfreuliches widerfährt dem altgedient verdienstvollen Blogger Klaus Graf. Wir verdanken ihm eine Unzahl interessanter, bedenkenswerter und oft wunderbarer Hinweise und Anstöße auf seinem Blog Archivalia. Er verdankt uns jetzt leider ziemlichen Ärger. Das tut uns furchtbar leid. Aber eigentlich können wir gar nichts dafür. Denn eigentlich verdankt er den Ärger Leuten, die nur so tun, als hätten wir etwas getan. Leider macht das den Ärger für Klaus Graf nicht weniger real. Weiterlesen

Nach Fall Schavan jetzt messerscharfe Folgerung: Her mit dem Promibonus!

justitia-olbertzNachdem die Causa Annette Schavan an der Universität zum Abschluss gekommen, der Doktorgrad entzogen und die Ministerin für Bildung und Forschung von ihrem Amt zurückgetreten ist, sollen nun weitreichende “Lehren” aus dem Fall gezogen werden. Der Präsident der Berliner Humboldt-Universität, Jan-Hendrik Olbertz, und der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Jürgen Mlynek, fordern die Einführung neuer Regeln im Umgang mit Plagiatsfällen. So recht durchdacht scheint es noch nicht, was sich die beiden getreuen Springteufelchen der ehemaligen Ministerin da haben einfallen lassen. Aber klar ist doch, wohin die Reise gehen soll: Entmachtung der Weiterlesen

The Cross with the Doctor – Weltöffentlichkeit wegen Fall Schavan alarmiert

silly-walkBislang war der Schavan-Skandal eine Angelegenheit, über die fast nur in Deutschland debattiert wurde. Der Präsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg, Heimo Reinitzer, hat sich an dieser deutschen Debatte mit einem ganz besonders denkwürdigen Beitrag beteiligt [1, 2], der hier bereits eine angemessene Würdigung gefunden hat. Im Ausland wurde diese Debatte weitgehend mit Unverständnis verfolgt. Das Online-Portal “Germany News” hat hier nun dankenswerterweise Abhilfe geschaffen und Reinitzer das Wort in englischer Sprache gegeben. Nicht umsonst heißt es Weiterlesen